Erwin Horak, der Chef der Staatswette Oddset, rügt die Fußball-Bundesliga und will das Zocken im Internet verbieten.
Der Präsident der bayerischen Lotterieverwaltung und Koordinator der Sportwette Oddset, Erwin Horak, kämpft seit Jahren für ein staatliches Toto-Monopol.
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Oddset-Chef Erwin Horak beklagt, dass viele Wettkunden zu illegalen Anbietern abwandern. Anonymes Wetten ist bei Oddset nicht möglich. (© Foto: dpa)
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SZ: Herr Horak, Wettskandale lassen sich offenbar nicht verhindern. Warum?
Erwin Horak: Zur Klarstellung: Der neue Skandal ist in erster Linie ein Sportskandal. Es waren offenbar Spieler und Vereine bis hin zu Schiedsrichtern bestechlich.
SZ: Fußball-Bundesliga und DFB glauben, der Wettmarkt lasse sich besser regulieren, wenn private Anbieter in Deutschland zugelassen würden. Ist das staatliche Oddset-Monopol überholt?
Horak: Das ist ein Trugschluss. Unser Wettangebot bei Oddset ist moderat ausgestaltet, auch um Manipulationen im Sport vorzubeugen und die Begleitkriminalität einzudämmen. Die kommerziellen Anbieter agieren von Steueroasen aus, mit ausufernden Wetten und deutlich höheren Ausschüttungsquoten.
SZ: Und sie nehmen Ihnen via Internet die Kunden weg. Oddset hat mal mehr als 500 Millionen Umsatz im Jahr gemacht, davon ist nicht viel übrig.
Horak: Es stimmt, wir haben Kunden an illegale Anbieter verloren. Wir hoffen, 2009 trotz der Wirtschaftskrise 200 Millionen Euro Umsatz zu erreichen und rechnen im WM-Jahr 2010 mit einem Wachstum. Wir sind der einzig zulässige Sportwettenanbieter. Die Bundesländer, die das Glücksspiel regeln, müssen dem illegalen Treiben Einhalt gebieten.
SZ: Ist der Kampf um ein Staatsmonopol im Internet-Zeitalter aussichtslos?
Horak: Die Rechtslage ist eindeutig: Kommerzielle Wettanbieter sind verboten. Und dieses Verbot wird von den Behörden nach meiner Beobachtung zunehmend durchgesetzt. Aber das mündet regelmäßig in lange Gerichtsverfahren.
SZ: Und Wetten im Internet breiten sich derweil aus. Gibt es kein Mittel gegen Manipulationen?
Horak: Doch: Oddset. Im Gegensatz zur Konkurrenz verzichten wir auf Live-Wetten oder andere Wetten, die leicht steuerbar und damit sehr manipulationsanfällig sind, wie etwa "Gelbe Karten" oder "Anzahl der Fouls". Solche Wetten gehören zu den Grundübeln. Zudem kann man bei uns nicht im Internet, sondern nur in den Annahmestellen spielen. Anonymes Wetten ist ausgeschlossen. Das Spielen ist nur mit Kundenkarte und persönlicher Identifizierung möglich.
SZ: Und wie soll Ihre Internet-Konkurrenz abgeschaltet werden?
Horak: Die Bundesländer arbeiten an einer Lösung. Die Internet-Provider sollen in die Pflicht genommen werden, ebenso Banken und Kreditkartenbetreiber. Wetteinsätze und Gewinnauszahlungen könnten dann unterbunden werden.
SZ: Schleswig-Holstein will aber das Oddset-Monopol aufheben.
Horak: Eine vorzeitige Kündigung des Länder-Staatsvertrags, der private Anbieter verbietet, ist nicht möglich. Wo sollen dann künftig die 2,5 Milliarden Euro herkommen, die wir als Lotto- und Totogesellschaften aus unseren Erlösen jährlich an die Länder abführen, für Sport, Soziales, Kultur und andere gemeinnützige Dinge? Von der kommerziellen Glücksspielindustrie käme kein Geld.
SZ: Die Bundesligaklubs und auch der DFB rechnen anders.
Horak: Wir zahlen jährlich 500 Millionen Euro allein für den Breitensport. Unsere Konkurrenz ist nur daran interessiert, beim Profisport zu werben, und die Profiligen wollen möglichst hohe Sponsorengelder. Aber was wird dann aus dem Amateursport? Ein Umdenken des Profisports ist dringend notwendig.
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(SZ vom 27.11.2009/jbe)
Drogeriekette wird abgewickelt
Schutz vor Wett- und Spielsucht? Alles nur vorgeschoben, in einer unverschämten Art und Weise bei der das ganze zusammen gelogene dem auch noch unverhohlen für dumm gehaltenen Bürger hingehalten wird.
Es geht ausschließlich um den Erhalt des Monopols und der daran hängenden Lizenz zum Gelddrucken für Länder und Verbände, un ein paar Pöstchen fallen ja auch noch ab.
Oddset ist langweilig und fad, uns sobald ein privater Wettanbieter zugelassen wird mausetot.
"Wo sollen dann künftig die 2,5 Milliarden Euro herkommen" Das ist der entscheidende Satz. Es geht mal wieder NUR ums Geld, nur deshalb existiert das Wett/Glücksspielmonopol. Wenn jemand sein gesamtes Geld verspielen will, darf er das gerne tun, aber er soll es gefälligst an den Staat verlieren, nicht an Privatleute. Solange der Staat kräftig kassiert, sind Einzelschicksale irrelevant. Ähnlich ist es doch beim Rauchen, jährlich sterben mehr als 100000 Deutsche an den Folgen des Rauchens, trotzdem kann ich täglich 10 Schachteln Zigaretten qualmen, Hauptsache, sie haben das deutsche Steuersiegel und der Staat verdient an der Sucht.
Internetwetten zu verbieten, ist lächerlich. Gerade auch, weil Herr Horak in einem Punkt Recht hat: Es handelt sich in erster Linie nicht um einen Wettskandal, sondern um einen Sportskandal. Spieler, Vereine, Schiedsrichter sind bestechlich. Das heißt, sie sind empfänglich für Geldangebote. Da muss nicht immer eine Wette dahinterstecken.
Lächerlich ist das. Dann müßte man das Internet verbieten. Es wetten doch nicht nur Deutsche, sondern überall auf der Welt wird gezockt. Das üble ist zunächst nicht das Wetten, denn müßte man auch Oddset verbieten, sondern der Betrug der damit einhergeht. Spieler, Trainer und Schiedsrichter kaufen, Spieler einschleusen, Spiele planen usw. Wie will man das in Griff kriegen, wenn die Kriminellen irgendwo auf der Welt sitzen und wiederum überall auch Leute finden, die auf ihre Angebote eingehen.