Tennis US Open: Laura Siegemund gewinnt im Mixed

Laura Siegemund und Mate Pavic.

(Foto: AFP)

Laura Siegemund hat als dritte deutsche Tennisspielerin nach Cilly Aussem und Anna-Lena Grönefeld ein Grand-Slam-Turnier im Mixed gewonnen. Die 28-Jährige aus Metzingen triumphierte an der Seite des Kroaten Mate Pavic (23) im Finale der US Open über Coco Vandeweghe und Rajeev Ram aus den USA. Das Duo setzte sich nach 73 Minuten mit 6:4, 6:4 durch. Aussem hatte 1930 bei den French Open mit dem Amerikaner Bill Tilden den Titel geholt, Grönefeld gewann 2009 mit Mark Knowles (Bahamas) in Wimbledon und 2014 mit dem Niederländer Jean-Julien Rojer in Paris.

Für Siegemund, im Einzel die deutsche Nummer zwei hinter der kommenden Branchenführerin und US-Open-Finalistin Angelique Kerber (Kiel), war es nach Wimbledon erst das zweite Mixed-Turnier ihrer Karriere. Für den Titel kassierte sie 75 000 Dollar (ca. 67 000 Euro). Im Einzel war sie trotz einer verschleppten Grippe, die sie von den Olympischen Spielen in Rio mitgebracht hatte, in die dritte Runde eingezogen. Dort unterlag sie Venus Williams (USA).

"Ich kann es noch nicht glauben. Ich freue mich sehr, wir hatten eine Woche lang Spaß auf und neben dem Platz", sagte Siegemund nach dem Sieg. "Er ist ein toller Aufschläger und hat mir auch Verantwortung übergeben. Wir haben einen guten Weg gefunden, zusammenzuspielen." Siegemund/Pavic harmonierten wie schon im gesamten Turnierverlauf glänzend, als wären sie seit Jahren ein Duo - dabei hatten sie sich nur durch Zufall auf der Suche nach einem Partner kurzfristig zusammengetan. Für Siegemund war es überdies erst der zweite Auftritt im Mixed nach Wimbledon in diesem Jahr.

Das Mixed wird nur bei den vier Grand-Slam-Turnieren und den Olympischen Spielen ausgetragen. Siegemund und Pavic fanden erst kurz vor der Auslosung zusammen. Vandeweghe und Ram sind in dieser Disziplin deutlich erfahrener: Vandeweghe hatte bereits bei den Australian Open 2015 das Finale erreicht. Ram gewann in Rio an der Seite seiner Landsfrau Venus Williams Silber. "Ich wäre definitiv für mehr Mixedturniere, das ist so ein cooles Spiel. Ich spiele es nicht nur gerne, sondern finde es auch toll zum Zuschauen", sagte Siegemund.

Der Titel in Flushing Meadows krönt das wundersame Jahr der Spätberufenen. Die vergangene Saison hatte Siegemund noch auf Platz 90 des Einzelrankings abgeschlossen, mittlerweile ist sie die Nummer 27. Für Bundestrainerin Barbara Rittner ist sie längst eine Kandidatin für die nächste Fed-Cup-Partie Anfang des kommenden Jahres. "Wenn sie mich aufstellt, geht ein Traum in Erfüllung. Wenn sie mich nicht aufstellt, schufte ich weiter, solange bis sie mich einmal aufstellt", sagte Siegemund.