Stromausfall bei Super Bowl Keksfirma freut sich über #BlackoutBowl

Warten auf mehr Licht: Terrell Suggs von den Baltimore Ravens während des Super-Bowl-Stromausfalls.

(Foto: REUTERS)

Was für ein seltsamer Augenblick: Mitten im wichtigsten Ereignis des US-Sportjahres fällt der Strom im Stadion aus. Den Spielern bleibt 35 Minuten lang nur eines: warten. Für Verschwörungstheoretiker und Online-Werbetreibende aber bricht die aufregendste Zeit des Abends an.

Plötzlich war es dunkel. Für gut 35 Minuten. Das Spiel um die Super Bowl, das später die Baltimore Ravens für sich entscheiden sollten, wurde gestoppt. Vieles andere ging jetzt erst richtig los.

Zunächst erhielt das Football-Finale einen neuen Namen: #BlackoutBowl hieß Minuten später der Hashtag auf Twitter. Dann fingen die Spekulationen an. Anscheinend war ein Kabel gerissen, außerhalb des Stadions in New Orleans, beim größten Sportereignis der USA. Das konnte für viele kein Zufall sein, berichtete die New York Times:

"Manche Bewohner von New Orleans glauben, dass auf dem Stadion ein Fluch liegt. Denn in der Nähe befand sich ein großer Friedhof, der bis zur Baufälligkeit vernachlässigt wurde. Fans der "New Orleans Saints" vermuteten deshalb, dass ihr Football-Team wegen dieses Fluches so lange nicht erfolgreich war."

Die National Football League (NFL) habe mit der Wahl von New Orleans als Austragungsort demonstrieren wollen, dass es der Stadt nach Katrina wieder besser geht. Das Stadion war nach dem verheerenden Hurrikan im Jahr 2005 vorrübergehend eine Notunterkunft, so die Zeitung, doch für das NFL-Finale wurde der "Superdome" saniert und beherbergte nun ein Medienspektakel, wofür mit etwa 180 Millionen Fernsehzuschauer gerechnet wurde.

Patrick Rishe vom Wirtschaftsmagazin Forbes unkte nach der unfreiwilligen Strompause, das Malheur werde dem Ruf der Stadt schaden.

"Normalerweise ist New Orleans bekannt für Feiern wie das Mardi Gras (...) Aber ein Stromausfall während der Super Bowl? So etwas darf einfach nicht passieren! (...) Die NFL hat sich damit ein blaues Auge geholt."

New Orleans Bürgermeister Mitch Landrieu ließ das der New York Times zufolge nicht auf sich sitzen:

"Für uns ist die Super Bowl erst vorbei, wenn der letzte Besucher die Stadt verlassen hat. Wir bemühen uns jetzt weiter, allen eine gute Zeit zu gewährleisten."

Den Stromausfall fanden längst nicht alle schlecht. Auf Twitter raunte es: Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Blackout und der postapokalyptischen NBC-Serie "Revolution"? Die ist in einer Welt ohne Elektrizität angesiedelt. Wie durch Zufall war der offizielle Twitter-Account der Serie in diesen 35 Minuten ungewöhnlich aktiv und voller anspielungsreicher Tweets, berichtet der Hollywood Reporter und kommentiert:

"Für sie war es das perfekte Timing."

Der übertragende Sender CBS konnte während der Zwangspause keine zusätzliche Reklame senden, doch im Netz generierte sich auf den #BlackoutBowl zugeschnittene Werbung: "Power out? No problem. You can still dunk in the dark", twitterten die Hersteller von "Oreo", dem Doppelkeks, den man in Milch tunken soll. Der Spruch wurde innerhalb einer Stunde 10.000 Mal auf Twitter weitergegeben.

"Bei all der Planung und dem Geld, das in Super-Bowl-Ads gepumt wird, war das wohl die beste Anzeige der letzten Nacht",

urteilt das Branchenmagazin AdAge, das beobachtete, was sich Werber in diesen 35 Minuten einfallen ließen.

Werbeschlacht bei der Super Bowl Vier Millionen Dollar für 30 Sekunden