Sport kompakt Neuner gewinnt in Oslo

Deutsche Biathletin schafft beim Sprint in Oslo den 30. Weltcup-Sieg ihrer Karriere. Die Gewerkschaft der Polizei bezeichnet den Innenminister-Vorschlag zum Gesichtsscanner als "Irrsinn". Carlos Tevez stellt ratlos fest, dass er immer noch keinen neuen Klub gefunden hat. Sport kompakt.

Biathlon, Weltcup: Magdalena Neuner hat am Donnerstag beim Sprint in Oslo ihren 30. Weltcupsieg gefeiert. Die 24 Jahre alte Wallgauerin traf im 7,5 Kilometer langen Rennen alle zehn Scheiben und behauptete sich mit 38,2 Sekunden vor der Weißrussin Darja Domratschewa, die eine Scheibe verfehlt hatte. Platz drei ging mit 48,9 Sekunden Rückstand an Tora Berger aus Norwegen, die ebenfalls einmal in die Strafrunde musste.

An den Torpfosten gekettet

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Als zweitbeste deutsche Starterin landete Andrea Henkel aus Großbreitenbach mit einer Strafrunde und 1:05,9 Minuten Rückstand auf Platz fünf. Neuner, die zu Wochenanfang leicht erkältet war, behauptete mit ihrem Sieg auch ihre Führung im Gesamt- und im Disziplin-Weltcup.

Debatte um Gesichtsscanner am Stadion: Die Gewerkschaft der Polizei (GDP) lehnt die Pläne des Innenministers von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier (CDU), ab, Gesichtsscanner in Fußballstadien einzusetzen. "Es ist Irrsinn, ein Sicherheitssystem aufzubauen, das nur über totale Überwachung funktioniert, insbesondere wenn eine Rechtsgrundlage fehlt", sagte GdP-Chef Bernhard Witthaut der Bild-Zeitung. Das Problem der Fußball-Chaoten sei insbesondere in der 4. oder 5. Liga damit nicht zu lösen.

Auch die Reaktion einiger Innenminister der Länder ist dem Bericht zufolge eher verhalten. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) favorisiert zur Gewaltprävention im Fußball das personalisierte Eintrittsticket. Ein Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums sagte Bild.de, man sehe mit Interesse den Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie entgegen. Auch FDP-Rechtsexperte Marco Buschmann lehnt die Forderung nach dem Einsatz von Gesichtserkennungssoftware in Stadionkameras ab.

Manchester City, Carlos Tevez: Der bei Manchester City aussortierte Carlos Tevez sieht einer ungewissen Zukunft entgegen, nachdem ein Wechsel im Winter nicht zustande kam. "Ich weiß wirklich nicht, was nun mit mir passiert", sagte der Argentinier dem kicker. Es habe Angebote der italienischen Klubs Inter und AC Mailand sowie von Paris St.-Germain aus Frankreich gegeben, sagte Tevez weiter: "Aber offenbar wollten sie mich nicht mal ausleihen." Dass er sich derzeit in Südamerika aufhält, was Kritik hervorgerufen hatte, habe rein familiäre Gründe. "Ich möchte nah bei meiner Familie, vor allem meinen Kindern sein und bin daher in Argentinien", sagte der 27-Jährige, der nach einem Streit mit City-Trainer Roberto Mancini im vergangenen September nicht mehr berücksichtigt wurde und mittlerweile eine Geldstrafe in zweistelliger Millionenhöhe erhalten haben soll. Er habe die Premier League darum gebeten, seine Strafe zu reduzieren, sagte Tevez. "Ich warte jetzt auf eine Antwort der League, nachdem City sie mir schuldig geblieben ist. Mir bleibt nur diese Instanz." Einen Wechsel nach Südamerika, der noch möglich ist, schloss der Argentinier nicht aus. "Wenn auch nur in Form eines Leihgeschäfts", so Tevez.

Serie A, Lazio Rom: Lazio Rom hat das Spitzenspiel in der italienischen Serie A auch ohne Miroslav Klose gewonnen. Die Römer besiegten Meister Milan mit 2:0 (0:0). Die Tore erzielten der Brasilianer Hernanes (76.) und Stürmer Tommaso Rocchi (85.). Nationalspieler Klose, bisher elfmal erfolgreich, musste wegen einer Verletzung am rechten Knie passen, die er sich im vorigen Spiel gegen Chievo zugezogen hatte. Lazio Rom hielt durch den Sieg gegen den Milan den Kontakt zur Spitzengruppe und ist Vierter (39 Punkte). Der AC bleibt hinter Juventus Turin (44) Zweiter mit 43 Zählern. Weiter oben dabei ist auch der Tabellendritte Udinese, der sich gegen US Lecce mit 2:1 (2:1) durchsetzte. Inter Mailand kam gegen US Palermo nicht über ein 4:4 (1:1) hinaus. Star des Abends war der Argentinier Diego Milito, der alle vier Tore für Inter erzielte (22., 55./Elfmeter, 61., 69.). Gespielt worden konnte jedoch nicht auf allen Plätzen. Wegen Schnee und Eis sagte die Serie A am Mittwoch einige Partien ab.

Real Madrid, Mesut Özil: Mesut Özil möchte während seiner Profilaufbahn nicht mehr den Verein wechseln. "Ich will meine Karriere bei Real Madrid beenden. Ich meine das ganz im Ernst", sagte der deutsche Nationalspieler dem kicker. Er wisse, dass sein Klub in den nächsten Jahren sicher viele sehr gute junge Spieler verpflichten werde, sagte der 23-Jährige weiter. "Aber ich will Teil dieser Zukunft sein." Özil, der derzeit in bestechender Form spielt, sagte, der Urlaub in der Türkei in der Winterpause habe ihm gut getan: "Ich fühle mich einfach viel besser. In der Vorbereitung habe ich sehr hart gearbeitet. Das hat sich definitiv gelohnt." Über Reals Titelchancen im Zweikampf mit dem FC Barcelona sagte Özil: "Wenn wir weiter so spielen wie zuletzt, sind wir nicht einzuholen."

Steffis Erben

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