Skispringen Partycrasher außer Dienst

Vier Wochen nach seinem Sturz in Innsbruck flog Severin Freund wieder - und stürzt erneut.

(Foto: Kimimasa Mayama/dpa)

Beim Weltcup in Sapporo stürzt Deutschlands Top-Athlet Severin Freund erneut. Tournee-Sieger Peter Prevc gewinnt in Japan.

Von Patrick Reichardt, Sapporo/München

Eine besondere Verbindung zur Okurayama-Schanze im japanischen Sapporo hatte Severin Freund schon länger. Vor ziemlich genau fünf Jahren feierte er genau an dieser Stelle seinen ersten Sieg im Weltcup. "Es ist immer schön, wenn man an einen Ort tolle Erinnerungen hat. Diese Anlage wird immer etwas Besonderes für mich bleiben", sagte Freund, der im Lauf der Zeit noch 20 weitere Siege folgen ließ, vor dem Wettkampf.

Dass es an diesem Samstag wieder besonders werden sollte, darauf hätte der 27-Jährige gerne verzichten können, zumindest auf diese Weise. Nach einem starken Sprung auf 133,5 Meter stürzte der deutsche Vorzeigespringer - wieder einmal. Bereits in Innsbruck vor vier Wochen war er zu Fall gekommen und trug später einen Bandscheibenvorfall davon.

Diesmal stand Freund schnell wieder auf, klopfte mit der Hand in den Schnee und gab unmittelbar im Anschluss Entwarnung. Er wurde am Ende Zehnter, ohne den Sturz hätte er bei seinem Comeback sogar an einer Podestplatzierung geschnuppert.

Freitag disqualifiziert: Sein Anzug ist nicht regelkonform

Jubeln durfte bei den slowenischen Festspielen von Sapporo einmal mehr Peter Prevc. Der Weltcup-Führende war mit 131,5 und 136,5 Metern in beiden Durchgängen klar der Beste und gewann mit fast 10 Metern Vorsprung vor seinem erst 16 Jahre alten Bruder Domen. Dieser hatte am Freitag mit seinem aggressiven Sprungstil bereits einen neuen Schanzenrekord aufgestellt, als er bei 141 Metern landete und dem Norweger Roar Ljoekelsoey dessen zehn Jahre alte Bestmarke abnahm. Den Dreifachsieg der Slowenier perfekt machte Flugspezialist Robert Kranjec, der seine erste Podestplatzierung seit zwei Jahren einfuhr - damals wurde er ebenfalls in Sapporo Dritter.

Noch nach dem ersten Durchgang hatte sich Freund angriffslustig präsentiert: "Ich hoffe, dass wir die Party der Slowenen noch ein bisschen crashen können. Es ist aber kein Geheimnis, dass sie hier gut springen können", sagte er. Am Ende standen die Platzierungen neun bis elf für die Deutschen. In der Reihenfolge Stephan Leyhe, Severin Freund und Andreas Wellinger platzierte sich das Trio unmittelbar nacheinander. Disqualifiziert wurde Richard Freitag, der eigentlich unmittelbar vor Leyhe bester DSV-Athlet war. Er hatte einen nicht regelkonformen Anzug getragen.