Skifliegen Prevc fliegt mit Schanzenrekord zum WM-Titel

Slovenia's Peter Prevc celebrates after his third jump of the Ski Flying World Championships in Bad Mitterndorf, Austria, on Saturday, Jan. 16, 2016. (AP Photo/Kerstin Joensson)

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Der Slowene gewinnt das Skifliegen am Kulm vor Kenneth Gangnes und Stefan Kraft. Der letzte Durchgang muss abgesagt werden, die Deutschen verpassen das Podest klar.

Der Slowene Peter Prevc ist neuer Skiflug-Weltmeister. Der 23-Jährige gewann zehn Tage nach seinem Triumph bei der Vierschanzentournee vor Kenneth Gangnes (Norwegen) und Stefan Kraft (Österreich) den zweiten großen Titel seiner Karriere. Wegen schwieriger Windverhältnisse musste der Wettbewerb nach drei der geplanten vier Durchgänge abgebrochen werden."Wir sind mit den äußeren Bedingungen nicht zurecht gekommen. Die Windgeschwindigkeiten waren nicht mehr zu kontrollieren", begründete FIS-Renndirektor Walter Hofer die Entscheidung der Jury.

Titelverteidiger Severin Freund (Rastbüchl) verbesserte sich am zweiten WM-Tag in Bad Mitterndorf/Österreich noch um einen Rang auf Platz sechs, verpasste die erhoffte Medaille aber klar. Zweitbester DSV-Adler wurde Richard Freitag (Aue) als Achter. "Für eine Medaille hätte heute schon Komisches passieren müssen. Es ist natürlich schade, aber so ist der Leistungssport. Es ist halt kein Wunschkonzert", bilanzierte Freund.

"Das war heute ein Schritt vorwärts. Severin hat ein Gefühl dafür bekommen, wie es gehen kann. Aber nach vorne war der Rückstand einfach zu groß", sagte Bundestrainer Werner Schuster. Prevc verbesserte am Kulm mit furiosen 244,0 Metern seinen eigenen Schanzenrekord um einen Meter und fing mit insgesamt 640,1 Punkten den Halbzeit-Führenden Gangnes (636,8) noch ab, Kraft kam auf 629,2 Zähler.

Am Sonntag folgt der Teamwettbewerb auf der Flugschanze

Prevc, der ein Preisgeld von umgerechnet 26.250 Euro einstrich, ist erst der zweite slowenische Skiflug-Weltmeister nach Robert Kranjec im Jahr 2012. Freund hatte schon am Freitag alle Titelchancen verspielt, am Samstag segelte er vor 20.000 Zuschauern auf 223,5 Meter. Zum Podest fehlten damit umgerechnet knapp 50 Meter.

Team-Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding) landete bei insgesamt schwierigen Windverhältnissen nach einem Sturz in der Probe bei guten 211,5 m und belegte den 14. Rang. WM-Debütant Stephan Leyhe (Willingen) und Andreas Wank (Hinterzarten) folgten auf den Plätzen 19 und 28. Am Sonntag (ab 14.15 Uhr) steht das Teamfliegen auf dem Programm.