Premier League Kirchhoffs Alptraum-Debüt

Zwanzig Minuten Premier League zum Vergessen: Jan Kirchhoff erlebt ein unglückliches Debüt für seinen neuen Arbeitgeber Sunderland.

(Foto: Paul Childs/Reuters)

Der Ex-Bayer verursacht nach seiner Einwechslung einen Elfmeter und fälscht einen Schuss zum Gegentor ab. Der AFC Sunderland verliert so 1:4. Leicester erobert Tabellenführung.

Wer den Schaden hat: Am 7. Januar ist Jan Kirchhoff, 25, erst vom FC Bayern München zum AFC Sunderland in die Premier League gewechselt. Die Ablösesumme für den Verteidiger, der sich beim deutschen Meister nie durchsetzen konnte, soll eine Million Euro betragen haben. Am Samstag veröffentlichte das britische Kleinanzeigen-Portal Gumtree auf Twitter diese knackige Anzeige: "Zu Verkaufen: Jan Kirchhoff. Einmal benutzt für 20 Minuten."

Tatsächlich dauerte Kirchhoffs Debüt für seinen neuen Arbeitgeber 31 Spielminuten, doch dabei reichten dem Abwehrspieler fürwahr 20 Minuten, sich nachhaltig ins Gedächtnis der Fans zu bringen. Als Kirchhoff in der 59. Minute eingewechselt wurde, stand es beim Spiel des Tabellenneunzehnten Sunderland bei Tottenham Hotspur 1:1. Eine Minute später nutzte Tottenhams Moussa Dembele die Konfusion in Sunderlands Abwehr und traf zum 2:1. In der 67. Minute fälschte Kirchhoff unglücklich einen Schuss von Christian Eriksen unglücklich zum 3:1 ab. In der 79. Minute setzte Kirchhoff seinem gebrauchten Nachmittag noch ein Krönchen auf und verursachte mit einer unnötigen und übermotivierten Grätsche im Strafraum den Elfmeter, den Harry Kane zum 4:1-Endstand verwandelte.

Wie "Mertesacker, der gerade aus der Eistonne gestiegen ist"

In den sozialen Netzwerken machte sich schon während des Spiels Spott breit über den früheren U21-Nationalspieler, bald nach Schlusspfiff folgten auch die gewohnt bissigen englischen Reporter. Kirchhoff, urteilte BBC, habe optisch etwas von Weltmeister Per Mertesacker vom FC Arsenal - habe aber gespielt wie "Mertesacker, der gerade aus der Eistonne gestiegen ist". Der Guardian bescheinigte Kirchhoff schlicht ein "Alptraum-Debüt".

Sogar Sunderlands Trainer Sam Allardyce blieb nichts anderes übrig, als dem verhinderten Hoffnungsträger im Abstiegskampf zu wünschen, schnellstens "aus seinen Fehlern zu lernen und sich an das Niveau und die Schnelligkeit des Spiels in der Premier League zu gewöhnen".. Man dürfe einen Spieler nicht nach nur einem Einsatz bewerten, aber "heute war es sicherlich enttäuschend. Für ihn und für uns", sagte Allardyce.

Leicester zumindest für eine Nacht wieder Tabellenführer

Derweil hat Chelseas Kapitän John Terry seine Mannschaft vor einem weiteren herben Rückschlag bewahrt. Der Abwehrspieler traf in der achten Minute der Nachspielzeit zum 3:3 gegen den FC Everton. Der amtierende Meister bleibt unter Trainer Guus Hiddink, der José Mourinho nachfolgte, damit auch im sechsten Pflichtspiel ungeschlagen, steht mit 25 Punkten allerdings weiterhin nur auf Tabellenplatz 14.

Ohne Probleme löste dagegen Manchester City seine Pflichtaufgabe beim 4:0 gegen Crystal Palace und eroberte vorerst Platz zwei. Tabellenerster ist zumindest bis Sonntag die Überraschungsmannschaft von Leicester City mit dem deutschen Verteidiger Robert Huth. Leicester spielte 1:1 bei Aston Villa und hat somit 44 Punkte. Der FC Arsenal um die Weltmeister Mesut Özil und Per Mertesacker (43 Punkte) spielt erst am Sonntag in Stoke.