Neu-Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle Gössner nur knapp geschlagen

Das Team der Trainer Ricco Groß und Gerald Hönig steigert sich. Miriam Gössner wurde Zweite und holte ihren vierten Podestplatz im Biathlon-Weltcup. Sie musste sich um 2,1 Sekunden der Tschechin Gabriela Soukalova geschlagen geben, die allerdings fehlerfrei schoss, während Gössner zwei Strafrunden drehte. Die Garmischerin war wieder Laufzeit-Schnellste, sie hat jene Stärke wieder, die ihr im ersten Weltcup-Jahr Sicherheit beim Schießen bescherte.

Glücklich über Platz zwei: Miriam Gössner. 

(Foto: AP)

Auch Andrea Henkel kam unter die ersten Zehn, sie wurde Siebte, wegen einer Steigerung in ihrer sonst schwächeren Disziplin: dem Laufen. Ihre zwei Fehlschüsse im Liegendschießen machte sie mit der drittbesten Laufzeit auf der Schlussrunde wett. Schneller als sonst war auch Franziska Hildebrand unterwegs. Die 25-Jährige kam auf Platz 13 an, und weil sie eine sichere Schützin ist, sind auch ihre Aussichten für das Verfolgungsrennen am Samstag ordentlich.

Evi Sachenbacher-Stehle darf daran auch teilnehmen, als Vorletzte zwar, aber das ist ihr wohl egal. Die Quereinsteigerin braucht möglichst viele Wettkämpfe auf hohem Niveau, das hat ihr erster Auftritt schließlich auch gezeigt. Langlauf mit Gewehr ist gewöhnungsbedürftig, knapp vier Kilo zwingen zu einer anderen Körperhaltung, einem anderen Laufrhythmus, die Pausen am Schießstand zu einer anderen Krafteinteilung.

Den Rückstand von 2:37,2 Minuten handelte sie sich weniger am Schießstand als in der Loipe ein. Allein auf der Schlussrunde verlor sie 40 Sekunden. "Ich glaube, ich bin beim Einlaufen genauso schnell gelaufen wie im Rennen", sagte Sachenbacher-Stehle, "das ärgert mich, denn es ist eigentlich meine Stärke."

Sie wird ihren ersten Biathlon-Weltcup dennoch nicht vergessen. Alle schauten auf die aufgeregte ehemalige Langläuferin aus Reit im Winkl, die vor 13 Monaten als Gast im Biathlon-Trainingslager in Muonio aufs Geratewohl eine Waffe zur Hand genommen und gleich getroffen hatte.

Es hat am Freitag heftig geschneit in Slowenien, die Spur war stumpf, und der Wind von Pokljuka ließ die Fahnen neben den Schießscheiben tanzen. Alles war also gerichtet für ein verheerendes erstes Weltcup-Schießen für Sachenbacher-Stehle, aber dann wurde es für sie doch ein ganz normaler, also perfekter Tag.