Ihre Frage Wer bezahlt, wenn Fußballer verletzt sind?

Fußballprofi Marco Reus war in letzter Zeit häufig verletzt. Wer übernimmt in so einem Fall eigentlich die Kosten?

(Foto: Jonas Güttler/dpa)

Fußballprofis fallen häufig mit Verletzungen aus. Aber wer übernimmt in diesem Fall eigentlich die Krankheits- oder Rehakosten? SZ-Redakteure beantworten Leserfragen.

Ihre Frage

Unsere Leserin Gudrun Schmid möchte wissen:

Wer bezahlt bei Profi-Fußballern eigentlich die Krankheits-, Reha- und Ausfallkosten?

Unsere Antwort

Von Johannes Aumüller, Sportredakteur bei der SZ:

Im Prinzip ist ein Fußballprofi in dieser Frage nichts anderes als ein ganz normaler Arbeitnehmer. Zumindest sobald er mehr als 200 Euro pro Monat verdient, was wir für den überwiegenden Teil der Spieler aus erster, zweiter und dritter Liga also einmal getrost annehmen dürfen.

Sollte sich ein Fußballer beim Training oder beim Spiel oder auf dem Weg dorthin verletzen, ist das ein ganz normaler Arbeitsunfall - und ein Fall für die gesetzliche Unfallversicherung. Für den Profisport zuständig ist die VBG. Die Vereine zahlen in die VBG ein, allerdings sind die Beiträge gedeckelt.

Angenommen wird, dass der Höchstverdienst eines Spielers bei 96 000 Euro pro Jahr liegt. Als Faustformel gilt derzeit, dass die Vereine etwa 20 000 Euro pro Profi einbezahlen. Dafür erhält der Spieler dann monatlich 6000 Euro Verletztengeld, wenn er wegen eines Arbeitsunfalles länger als sechs Wochen ausfällt.

Doch zumindest die Spieler der ersten und zweiten Liga verdienen deutlich mehr. Deswegen schließen die meisten von ihnen privat weitere Versicherungen ab. Manche Versicherungen in Deutschland bieten ein Krankentage- oder ein Sportlertagegeld speziell für Fußballprofis an.

Eingeklemmt in der Knochenmühle

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Ein gängiges Modell offeriert einem Spieler einen zusätzlichen Tagessatz von bis zu 1500 Euro; die Kosten hierfür liegen bei zirka 2000 Euro monatlich. Wie viele Spieler solche Zusatzversicherungen abgeschlossen haben, ist nicht völlig klar. Experten vermuten, dass es ungefähr drei Viertel der Spieler aus erster und zweiter Liga sind.

Daneben gibt es eine Reihe weiterer Optionen: Zum Beispiel haben einige Spieler individualvertragliche Vereinbarungen mit ihrem Verein darüber, dass die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nicht die üblichen sechs Wochen, sondern deutlich länger dauert. Speziell ausländische Profis haben auch in anderen Ländern zusätzliche Versicherungen abgeschlossen, die oft einen höheren Tagessatz bieten, aber etwas mehr Unklarheit in der Frage, wann sie fällig werden.

Zudem gerne genutzt wird eine spezielle Berufunfähigkeitsversicherung, die den Spielern für den schlimmsten Fall eine siebenstellige Summe garantiert. Diese kostet pro Saison allerdings auch einen mittleren fünfstelligen Betrag.

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