Medien: Fuentes will Kundenliste verkaufen

Gerüchte um Dopingarzt /
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Will er seine Kundenliste verkaufen? Eufemiano Fuentes (Archivbild).

(Foto: dpa)

Doping: Der verurteilte Doping-Arzt Eufemiano Fuentes will nun offenbar Kapital aus seiner Vergangenheit schlagen. Einem Bericht der britischen Tageszeitung The Guardian zufolge plant der Spanier die Liste seiner Kunden an Medien zu verkaufen. Eine entsprechende Mail sollen seine Anwälte am Freitag verschickt haben. Darin werden angeblich prominente spanische Fußball-Teams, Olympia-Medaillengewinner und zusätzliche Radfahrer über die bereits bekannten Namen hinaus genannt. "Wie ich eine Mannschaft für die Champions League vorbereitete", "Meine medizinische Verbindung zu Gewinnern der Tour de France, des Giro und der Vuelta und des London-Marathons" sollen laut Guardian einige der in der Anwalts-Mail angedeuteten Enthüllungen lauten.

Fuentes war Ende April in Madrid zu einem Jahr Haft und einem Berufsverbot verurteilt worden. Der Gynäkologe hatte in dem Prozess angeboten, Daten und Namen der von ihm behandelten Sportler zu nennen. Das Gericht war darauf aber nicht eingegangen und ordnete zudem die Vernichtung aller 200 Blutbeutel der Fuentes-Kunden an. Der Arzt soll zudem unter dem Stichwort "von Toleranz zum Erfolg" Gründe für Spaniens Aufstieg zur Sport-Großmacht beleuchten. Mögliche Enthüllungen könnten Madrids Kandidatur für Olympia 2020 gefährden.

Basketball, BBL: Vizemeister ratiopharm Ulm hat mit einem "Sweep" das Play-off-Halbfinale in der Basketball-Bundesliga (BBL) erreicht. Die Ulmer gewannen gegen die Artland Dragons aus Quackenbrück überlegen mit 94:74 (20:18,29:19,27:25,18:12) und beendeten die best-of-five-Serie mit 3:0. Insgesamt feierte der Favorit bereits den sechsten Sieg in Folge gegen die Dragons. Die Ulmer zeigten sich in allen Belangen überlegen, sowohl bei den Rebounds (44:26) als auch von der Dreierlinie mit 14 Treffern. Auf Seiten der Ulmer punkteten gleich sechs Spieler zweistellig, erfolgreichster Werfer der Gäste war Bryce Taylor mit 28 Punkten. Ulm wartet jetzt auf den Sieger der Serie zwischen dem Hauptrundenzweiten EWE Baskets Oldenburg und dem fünfmaligen Vizemeister Telekom Baskets Bonn. Darin ist Oldenburg mit 2:1 in Führung gegangen. Der Meister von 2009 besiegte im dritten Viertelfinalspiel der Best-of-Five-Serie am Samstag die Bonner souverän mit 97:67 (41:33). Vor 5816 Zuschauern waren Robin Smeulders mit 19 Punkten und Julius Jenkins (18) erfolgreichste Korbjäger der Gastgeber. Jared Jordan (15) traf auf der Gegenseite am häufigsten.

Tennis, Männer: Rafael Nadal hat beim ATP-Masters in Madrid mühelos das Finale erreicht. Der spanische Sandplatz-König gewann im Halbfinale gegen seinen Landsmann Pablo Andujar nach 1:16 Stunden mit 6:0, 6:4. Der 26-jährige Mallorquiner steht damit vor seinem zweiten Heimsieg in Folge. Bereits vor zwei Wochen hatte der ehemalige Weltranglistenerste in Barcelona triumphiert. Im Finale des mit 4,3 Millionen Euro dotierten Sandplatzturniers trifft Nadal nun entweder auf den Schweizer Stanislas Wawrinka, der Tomas Berdych aus Tschechien 6:3, 4:6, 6:4 besiegte. Für Nadal wäre ein Sieg der 55. Titel auf der ATP-Tour.

Fußball in England: Der FC Chelsea hat dank der Klub-Ikone Frank Lampard in der englischen Premier League weiter beste Chance auf Platz drei und die direkte Qualifikation für die Champions League. Der Mittelfeldspieler traf beim 2:1 (0:1)-Sieg bei Aston Villa in der 61. und 89. Minute und erreichte gleichzeitig eine historische Marke: Mit seinem 202. und 203. Treffer für die Blues hat Lampard in der Rangliste der erfolgreichsten Vereinstorschützen die Chelsea-Legende Bobby Tambling überholt und sich alleine an die Spitze gesetzt. Am Saisonende verlässt der 34-jährige Lampard, der seit 2001 an der Stamford Bridge spielt, den Champions-League-Sieger von 2012. In der turbulenten Partie mit neun Minuten Nachspielzeit hatte Christian Benteke die Gastgeber zuvor in Führung gebracht, zudem sah der Villa-Torschütze und Chelseas Ramires Gelb-Rot.

Eishockey-WM: Die Eishockey-Weltmeisterschaft 2013 bleibt ein Turnier voller Überraschungen. Nach den Letten setzten sich am Freitag auch die Österreicher gegen den Vorjahresfinalisten Slowakei durch und spitzten den Kampf um Viertelfinale und Klassenverbleib in der Helsinki-Gruppe zu. NHL-Profi Thomas Vanek verhalf Team Austria im Penaltyschießen zum 2:1-Sieg. Die Alpenrepublik verdrängte in der Tabelle die deutsche Mannschaft von Platz sechs und erhöhte den Druck auf die Auswahl von Bundestrainer Pat Cortina. Buffalo-Stürmer Vanek war im Shootout dank eines Schlenzers in den Winkel als einziger Schütze erfolgreich, nachdem in der regulären Spielzeit Tomas Surovy für den Vizeweltmeister (10. Minute) und Gerhard Unterluggauer zum 1:1 (34.) getroffen hatten. Überragender Mann war Österreichs Goalie Bernhard Starkbaum mit 42 Paraden.

Finnland hat bei der Eishockey-WM im eigenen Land Rekordweltmeister Russland vorerst den Rang abgelaufen. Der Titelträger von 1995 und 2011 setzte sich im hochklassigen und hitzigen Spitzenspiel der Vorrundengruppe B in Helsinki mit 3:2 (1:0, 2:1, 0:1) gegen den Titelverteidiger durch und setzte sich an die Tabellenspitze.