Fußballer-Attacke in Rosenheim Schiedsrichter erleidet bleibende Schäden

Beim Fußball bewusstlos geprügelt: Nach einer Amateur-Partie wird der Schiedsrichter von Spielern attackiert. Trotz Not-Op erleidet er bleibende Schäden. Der ihm zu Hilfe eilende Trainer des Gegners kommt mit Bauchverletzungen ins Krankenhaus. Das zuständige Sportgericht kündigt lückenlose Aufklärung an.

Die Partie zwischen dem FC Iliria Rosenheim und dem ESV Rosenheim am vergangenen Mittwoch verlief brutal: Bei der Begegnung in der bayerischen Fußball-Amateurliga musste der Schiedsrichter zwei Mal Gelb-Rot für den FC Iliria vergeben, in der Nachspielzeit eskalierte das aggressive Spiel dann vollends.

Aufgrund mehrerer Unterbrechungen ließ der Schiedsrichter vier Minuten nachspielen, es stand 2:1 für Iliria. Nach einem Foul entschied er auf einen Freistoß für den ESV - dieser führte zum Ausgleich, daraufhin gingen mehrere Spieler des FC Iliria auf den Schiedsrichter los.

Ein bereits ausgewechselter Spieler rannte aufs Feld und sprang ihn an. Mehrfach schlug er dem Schiedsrichter ins Gesicht, woraufhin dieser bewusstlos zusammenbrach. Der Mann erlitt schwere Kopfverletzungen und musste in einer Augenklinik operiert werden. Nach Polizeiangaben wird er wohl bleibende Schäden davontragen. Auch der Trainer des ESV Rosenheim, der schlichten wollte, wurde niedergeschlagen und erlitt Bauchverletzungen. Nun ermittelt die Rosenheimer Kriminalpolizei.

Das Kreissportgericht Inn/Salzach hat zwei Spieler mit sofortiger Wirkung per einstweiliger Verfügung vorläufig gesperrt und kündigte an, den Fall, der erst am Freitag publik wurde, schnellstmöglich lückenlos aufzuarbeiten. Der Schiedsrichter erhält vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) Rechtsschutz und jegliche notwendige Unterstützung. "Der Bayerische Fußball-Verband verfolgt bei gewalttätigen Vorfällen eine klare Null-Toleranz-Politik", sagte der Bezirksvorsitzende Horst Winkler: "Was nach dem Spiel in Rosenheim passiert ist, ist völlig inakzeptabel."