Joachim Löw hat für einen neuen Vertrag alle Fäden in der Hand, er weiß nur nicht, ob dem DFB zu trauen ist. Der Verband und sein Präsident Theo Zwanziger hängen in der Warteschleife.
Arg verschnupft wirkte Joachim Löw am Ende der Unternehmung Südafrika, was nur zum Teil der Erkältung geschuldet ist, die er sich in den letzten WM-Tagen zuzog. So düster in sich geruht hatte der Bundestrainer letztmals im Februar, damals war Bild, der Hauspostille der DFB-Oberen, zu entnehmen, dass er und Manager Oliver Bierhoff unverschämte Vertragsforderungen für die Zeit nach der WM gestellt hätten. Ein gewaltiger Streit hob an, der DFB schickte Löw ein zweitägiges Vertrags-Ultimatum zum 50. Geburtstag, im Gegenzug stellte der Coach öffentlich klar, dass es den "Handschlags-Vertrag", den DFB- Boss Theo Zwanziger schon Mitte Dezember - via Bild - verkündet hatte, nie gab.
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Umarmung nach dem Spiel um Platz drei: Joachim Löw und Theo Zwanziger. (© dpa)
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Am Ende rauften sich alle zusammen, Löw, Bierhoff, Zwanziger und der fein am Boulevard vernetzte Generalsekretär Wolfgang Niersbach. Die Verbandsleute geißelten sich für Löcher im Betrieb, durch die ein nicht näher benannter "Maulwurf" (Niersbach) ständig Interna nach außen trage - das sei künftig zu verhindern. Die Verhandlung mit Löws Stab aber wurde auf die Zeit nach der WM vertagt. Vom DFB, nicht von Löw.
Nun ist es so weit. Die Entscheidung steht an, nur hat sich der Wind gedreht. Zwanziger ist stark unter Druck, er hat nicht nur im Fall Löw/Bierhoff schwach agiert, sondern auch in der Schiedsrichter-Affäre. Die steht ganz am Anfang. Strafermittlungen gegen den vom DFB sexueller Übergriffe geziehenen Manfred Amerell wurden eingestellt, nun strengt der Funktionär selbst Prozesse an, gegen Widerpart Michael Kempter und den DFB. Dieser stuft Kempter, den Zwanziger gar öffentlich als leuchtendes Beispiel für Zivilcourage verkauft hatte, wegen persönlicher Unreife in Liga drei zurück. Peinlich ist das bereits, teuer kann es werden. Im Oktober wird auch noch gewählt im DFB, und sein privilegiertes Amt will Zwanziger behalten.
Hingegen Löw: Er hat eine fulminante WM hingelegt. Wer ihn oder seine Leute in Frage stellen will, würde eine veritable Staatsaffäre auslösen. Zwanziger umbalzt Löw seit Turnier-Beginn. Der Trainer kann die Bedingungen für ein neues Vertragswerk diktieren, Personen wie Preise. Ersteres ist pikant, weil die DFB-Spitze womöglich erneut Leute schlucken muss, die sie gern draußen gesehen hätte. Manager Bierhoff, Ziel steter Stichelei seit dem Burgfrieden. Oder Pressechef Harald Stenger, dem schon vor WM-Abreise das Aus zum Jahresende verkündet worden war.
Eine zweite Schlappe für den DFB kündigt sich bei den Finanzen an: Sollte das Gesamtpaket Löw, Bierhoff, Co-Trainer Flick und Torwartrainer Köpke künftig ein bis zwei Millionen Euro teurer pro Jahr werden, hätte man sich den damaligen Krach um neue Verträge sparen können; in dem Bereich wäre eine Einigung drin gewesen. Oder wird es nun teurer?
Löw treiben nicht die Zahlen um. Er fragt sich, wie opportunistisch die neue Herzlichkeit der Bosse ist, ob echtes Umdenken stattgefunden hat. Bisher beantwortete sich das Quartett diese Frage mit Nein. Etwa, als Liga-Chef Reinhard Rauball vorm Halbfinale ganz im DFB-Sinne argwöhnte, die Nationalelf wolle sich vom Verband abkoppeln. Auch werde er die Kosten überwachen.
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....hat Herr Rauball natürlich recht. Die verselbständigung der NM Organisition innerhalb des DFB's so wie sich das Bierhoff und Löw ausgedacht haben kann man wohl nicht akzeptieren.
Man stelle sich so etwas mal bei einem Groß Konzern wie Daimler und oder VW vor !
Darüberhinaus sollte man auch einmal darüber nachdenken wie denn nun das Preis - Leistungs Verhältnis der letzten 5 Jahre überhaupt aussieht.
Einmal Zweiter und zweimal Dritter. Und wenn man von 6 Spielen nur 4 gute abliefert, dann reicht das eben auch nicht.
der DFB, größter Fußball Verein der Welt sollte sich nicht von seinem NM Team herumdirigieren lassen ! Außerdem hat ja auch die U 21 unter Löw Spezi Adrion nicht wirklich Großes geleistet !
Die ganze Aktion zielt eindeutig gegen Sammer, denn den möchte man gerne los werden und der war ja ch schon mal Erster als Spieler bei der EM und in Europa.
Löw und Co. trainer zweiter und dritter und das war es dann auch schon.
Der Herr Präsident sollte sich in Zukunft als gruß Onkel und Repräsentant betätigen und die Tages Arbeit seinen Angestellten überlassen.
Und noch etwas, wenn man jetzt hört was die Spieler da an 360.000 € an Prämie pro Kopf einstreichen dann kommt man wirklich ins rübeln.
15 Minuten für die Fans in Frankfurt wären da wirklich mit drin gewesen !
Danke für die Anregungen, die ich gerne erwidere. "Clique" deswegen, weil es bisher in der Geschichte der Bundestrainer meines Wissens noch nie der Fall war, dass einer sein Schicksal mit dem seiner Freunde so verknüpft, man entweder ein Paket verpflichtet oder gar keinen kriegt. Sepp Maier war unter vielen Bundestrainern Torwarttrainer -ohne dass einer gesagt hätte mit/ohne Sepp mag ich aber nicht mehr mitmachen (bis dann Klinsmann kam). Diese "B.u. Treue"-Mentalität von Löw stößt mir halt auf! Bierhoff will man beim DFB loswerden -aber weil es Jogis Freund ist geht´s halt nicht. In der Wirtschaft üblich ist es, Leute zu entlassen die man nicht mehr braucht/ will. Aber "sign fees" durchaus üblich? Wo denn bitteschön? Weder bei der Deutschen Bank, noch bei Siemens etc. - die arbeiten alle (!!!) mit Boni etc..
Und die Mär von der "MV-Task-Force EM 2000" zur Jugendförderung ist auch nicht korrekt. Der DFB hat seit 1999 (somit vor MV 2000) die strukturelle Jugendförderung; nur Sammer treibt diese seit 01.04.2006 sehr intensiv voran. Da sind sich zumindest die Fachleute einig. Vor waren denn die U17 bis U21 Titelsammler im Jahre 2006? By the way: warum so abfällig über Sammer? Wissen Sie nicht wo und wie oft der Jogi schon gefeuert wurde?
Warum haben sie das Insider-Wissen, um für oder gegen eine Partei zu plädieren und ich nicht? Nur eins weiß ich schon seit über 40 Jahre: Der DFB ist ein "Mauschelverein". Die Funktionäre denken in erster Linie an ihre Pöstchen. Seit die Spieler dann Anfang der 70-er zum ersten Mal zeitgemäße Forderungen stellten, war der Dornröschenschlaf vorbei. Freiwillig wären die Funktionäre nicht aus ihrer Deckung gekommen. Es gab davor Zeiten, in denen die Truppe der Funktionäre einschließlich deren Damen um das Doppelte größer als die der Aktiven war. Eine Selbstverständlichkeit. Die Spieler waren ihre Jungs. Diese Zeiten sind vorbei. Aber der DFB ist nach wie vor der "Mauchelverein".
...Zwanziger wird es nicht wagen, durch seine Schuld die Vertragsverlängerung zu verhindern. Dann reissen ihn die Freunde der Nationalmannschaft in Stücke.
Rein bildlich natürlich. Auf jeden Fall hat es sich dann "ausgezwanzigert" und seine wirklichen Lieblinge Silvia Neid und ihre Damen müssen dann ohne seine Bussis auskommen. Ich kann mir vorstellen, dass sie darauf gerne verzichten.
Haha, die Süddeutsche bezeichnet die Bild als "Hauspostille der DFB-Oberen", schreibt aber so was von einseitig positiv und subjektiv über die Lüg/Gierhoff-Connection, dass es glasklar ist, welche Zeitung eigentlich deren Hauspostille ist.
Paging