Fußball Stefan Kuntz hört in Kaiserslautern auf

Stefan Kuntz wurde in Kaiserslautern als Spieler zum Idol. Jetzt wurde ihm die Kritik an seiner Person wohl zu groß.

(Foto: dpa)

Der Ex-Nationalspieler löst seinen Vertrag wegen "unüberbrückbarer Differenzen" auf. Der FSV Mainz muss eine Geldstrafe zahlen. Schwimmerin Ledecky verbessert ihren eigenen Weltrekord.

Fußball, Kaiserslautern: Der Weg von Stefan Kuntz beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern ist nach der Saison zu Ende. Wegen offensichtlich unüberbrückbarer Differenzen mit dem Aufsichtsrat hat sich der frühere Nationalspieler mit "seinem" FCK auf eine Auflösung seines eigentlich noch bis Ende 2017 laufenden Vertrages als Vorstandschef geeinigt. "Es gab in letzter Zeit unterschiedliche Auffassungen über die weitere Ausrichtung und die Strategien des Vereins. Und wenn die Strategien des Vorstandsvorsitzenden und des Aufsichtsrates auseinandergehen, ist es wichtig, dass der Verein im Vordergrund steht", sagte Kuntz (53). Ausschlaggebend waren Meinungsverschiedenheiten in der laufenden Transferperiode - Kuntz wollte Spieler holen, der Aufsichtsrat aber kein Geld ausgeben.

"Es geht nur um den 1. FC Kaiserslautern. Der Aufsichtsrat und ich haben diese Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt getroffen, damit genug Zeit bleibt, den Verein personell neu aufzustellen", sagte Kuntz, der auf seiner Abschiedspressekonferenz sehr gefasst wirkte: "Es war eine bewegte Zeit auf dem Betze, die ich nie vergessen werde." Noch vor der offiziellen Bestätigung hatte verschiedene Medien vom Abgang des Klub-Chefs berichtet. "Es ist in den vergangenen Wochen deutlich geworden, dass der Aufsichtsrat des FCK und Stefan Kuntz unterschiedliche Ansichten haben und eine unterschiedliche Strategie verfolgen", äußerte der Aufsichtsratsvorsitzende Nikolai Riesenkampff. Das Aufsichtsorgan wolle lieber "Kräfte sammeln und das Beste aus dem vorhandenen Kader herausholen". Ein Kuntz-Nachfolger werde nun "umgehend" gesucht.

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Mitte Dezember hatten die FCK-Mitglieder im Rahmen einer Mammut-Mitgliederversammlung zunächst nur Aufsichtsratsboss Dieter Rombach die Entlastung verweigert. Für Kuntz und das ebenfalls scheidende Vorstandsmitglied Fritz Grünewalt hatten sich aber auch nur 60 Prozent der 1000 anwesenden Mitglieder ausgesprochen.

Schwimmen, Weltrekord: US-Schwimmerin Katie Ledecky hat ihren eigenen Weltrekord über 800 m Freistil unterboten. Bei einem Meeting in Austin/Texas benötigte die 18-Jährige 8:06,86 Minuten und war knapp eine halbe Sekunde schneller als bei ihrem WM-Triumph im Sommer in Kasan/Russland (8:07,39). "Das war großartig", sagte Ledecky: "Es ist immer toll, wenn man von so einer Kulisse wie in Austin gepusht wird." Zweite wurde mit großem Rückstand ihre Landsfrau Becca Mann (8:24,49). Neun der zehn besten Zeiten über 800 m Freistil gehen auf das Konto von Ledecky, auf dieser Strecke Olympiasiegerin von London 2012. Ledecky hält auch die Bestzeiten über 400 und 1500 m Freistil. In Rio könnte Ledecky über 100, 200, 400 und 800 m an den Start gehen.

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Fußball, Mainz: Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 muss für das Fehlverhalten der eigenen Fans eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro zahlen. Das entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Vor Beginn des Bundesligaspiels bei Hertha BSC am 20. Dezember 2015 waren im Mainzer Zuschauerblock mehrere Bengalische Feuer gezündet worden, der Anstoß verzögerte sich dadurch um eine Minute. Das Urteil ist rechtskräftig.

Handball, EM: Die Handballer aus Weißrussland und Island haben in Polen für einen Torrekord bei Europameisterschaften gesorgt. Beim 39:38 (17:18)-Erfolg der Weißrussen fielen 77 Treffer - drei mehr als beim bisherigen Rekordspiel zwischen Island und Österreich (37:37) bei der Kontinentalmeisterschaft vor sechs Jahren. Weder den Weißrussen noch den Isländern waren zuvor in einem Pflichtspiel mehr Treffer gelungen. Mit ihren ersten beiden Punkten bei der EM zogen die Weißrussen nach ihrem zweiten Spiel in Gruppe B mit 2:2-Punkten mit Island gleich und wahrten ihre Chance auf einen Platz in der Hauptrunde.

Basketball, NBA: Dirk Nowitzki hat in der Basketball-Profiliga NBA einen Abend zum Vergessen erlebt. Mit den Dallas Mavericks ging der Superstar aus Würzburg bei den San Antonio Spurs mit 83:112 unter und zeigte seine bislang schwächste Saisonleistung. Der 37-Jährige kam auf vier Punkte, nur zwei seiner zehn Würfe aus dem Feld waren erfolgreich, alle drei Dreierversuche gingen daneben. Nowitzki war nach dem Debakel im Texas-Duell enttäuscht, ist mit dem grundsätzlichen Verlauf der Spielzeit aber zufrieden. "Wir sind in einer guten Position", sagte der deutsche Nationalspieler: "Wir hatten einige heftige Niederlagen und schwierige Phasen, aber diese Platzierung hätte uns niemand zugetraut. Vielleicht nicht einmal wir selbst." Dallas ist im Westen mit 22 Siegen und 19 Niederlagen als Sechster auf Play-off-Kurs. "San Antonio kann dich schlecht aussehen lassen", sagte Trainer Rick Carlisle, der das Ende des Spiels nicht an der Seitenlinie erlebte. Der Coach applaudierte den Schiedsrichtern nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung Anfang des Schlussviertels höhnisch, bekam sein zweites technisches Foul und musste den Innenraum verlassen

Ski alpin, Flachau: Skirennfahrerin Viktoria Rebensburg hat nach drei Jahren wieder ein Weltcup-Rennen gewonnen und dem Deutschen Skiverband den ersten Saisonsieg beschert. Die 26-Jährige war beim Riesenslalom in Flachau am Ende fast eine Sekunde schneller als Ana Drev aus Slowenien. Rang drei ging am Sonntag an Federica Brignone aus Italien. Mit dem elften Weltcup-Sieg ihrer Karriere überholte Rebensburg Rosi Mittermaier und liegt nun gemeinsam mit Irene Epple auf Rang fünf der deutschen Bestenliste bei den Damen. Simona Hösl wurde in Österreich 26. und sammelte zum vierten Mal in ihrer Karriere Weltcup-Punkte. Lena Dürr hatte das Finale verpasst.

"Ich bin wirklich mega happy, dass es wieder gereicht hat für einen ersten Platz. Wir haben hart gearbeitet", sagte Rebensburg dem ZDF. "Mein Vorsprung ist auch nicht so schlecht, den nimmt man gerne mit."

Ski alpin, Wengen: Felix Neureuther hat beim kuriosen Weltcup-Slalom in Wengen/Schweiz seine dritte Podestplatzierung in diesem Winter nur knapp verpasst. Nach zwei Hochgeschwindigkeitsläufen auf dem unteren Teil der Abfahrtsstrecke am Lauberhorn belegte der WM-Dritte den fünften Rang, zum drittplatzierten Stefan Gross aus Italien fehlten ihm 0,11 Sekunden. Der Norweger Henrik Kristoffersen holte sich seinen vierten Saisonsieg mit 0,30 Sekunden Vorsprung vor Giuliano Razzoli (Italien), Olympiasieger von 2010. Fritz Dopfer (Garmisch) und Linus Strasser (München) hatten nach schweren Fehlern nur die Ränge 34 und 40 im ersten Lauf belegt und damit das Finale verpasst.

Biathon, Ruhpolding: Die deutsche Frauenstaffel hat zum Abschluss des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding in einem verrückten Rennen den zweiten Platz belegt und den ersten Saisonsieg nur knapp verpasst. Das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) mit Karolin Horchler (Clausthal-Zellerfeld), Miriam Gössner (Garmisch), Maren Hammerschmidt (Winterberg) und Laura Dahlmeier (Partenkirchen) musste sich nach 4x6 Kilometern im Schlusssprint nur der Ukraine geschlagen geben. Dritter wurde Italien. Nachdem Gössner am Schießstand patzte und gleich zweimal in die Strafrunde musste, fiel die DSV-Staffel zwischenzeitlich bis auf den 15. Platz zurück.

"Ich wollte es besonders gut machen. Dass ich liegend zwei Strafrunden schieße, kann ich mir überhaupt nicht erklären", sagte die zweimalige Staffel-Weltmeisterin Gössner im ZDF: "Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich so am Wackeln bin. Ich war dann bei den Nachladern total verunsichert und wusste einfach überhaupt nicht, wohin." Doch die bärenstarke Hammerschmidt ("Es lief brutal gut") lieferte eine sensationelle Vorstellung und brachte ihr Team von Rang elf auf zwei nach vorne. Schlussläuferin Dahlmeier, die in diesem Winter schon vier Einzelsiege gefeiert hatte, blieb im Liegendschießen fehlerfrei und kämpfte bis zum letzten Meter um den Sieg. Auf der Zielgerade kam sie jedoch nicht an Olena Pidhruschna vorbei. Im ersten Staffelrennen des Winters hatte die Mannschaft in Hochfilzen/Österreich den zweiten Platz belegt.