Fußball-EM 2020 Uefa beschließt Revolution: EM wird in mehreren Ländern ausgetragen

Fußball in ganz Europa: die EM 2020 wird in Stadien mehrerer europäischer Länder stattfinden

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2020 findet die Europameisterschaft erstmals in einer Reihe von europäischen Städten statt. Damit folgt die Uefa einem Vorschlag von Präsident Michel Platini, der Beschluss gilt vorerst nur für das eine Turnier. Dabei könnten nach derzeitigem Stand mindestens drei Partien in Deutschland gespielt werden - Karl-Heinz Rummenigge hofft bereits auf EM-Spiele in München.

Die Fußball-EM 2020 findet erstmals in einer Reihe von europäischen Ländern statt. Das Exekutivkomitee der Uefa entschied am Donnerstag auf seiner Sitzung in Lausanne, dass die EM in acht Jahren "auf dem gesamten Kontinent in verschiedenen Großstädten Europas" ausgetragen werden soll.

Damit folgte die Exekutive mit dem ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger dem Vorschlag von Uefa-Präsident Michel Platini. Mit Ausnahme des türkischen Vertreters stimmten alle Mitglieder für den Plan Platinis. Die Türkei hatte sich um die Austragung der Spiele bemüht. Sie könnte nun insofern entschädigt werden, dass die Halbfinals und auch das Endspiel in Istanbul stattfinden. Sicher ist das aber noch nicht. Die Wettbewerbskommission der Uefa soll nun in den kommenden Monaten die genauen Details der Fußball-Revolution ausarbeiten.

Nach derzeitigem Stand könnten mindestens drei der Spiele in Deutschland ausgetragen werden. Sollte sich die deutsche Nationalmannschaft qualifizieren, könnte sie ihre Gruppenspiele in Berlin absolvieren. In wie vielen Ländern das Turnier stattfinden wird, steht noch nicht fest. Der Bewerbungsprozess für die Ausrichtung beginnt Anfang des kommenden Jahres und dauert zwölf Monate. Die Entscheidung, wer an der EM beteiligt sein wird, fällt im Frühjahr 2014, sagte Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino.

In einer ersten Reaktion sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: "Wir haben die Entscheidung des Exko so erwartet und bewerten sie absolut positiv. Die Kommission für Nationalverbände, der auch ich angehöre, hat nun die Aufgabe, das Konzept für die EM 2020 weiterzuentwickeln. Eines kann ich jetzt schon ankündigen: Wir werden uns auf jeden Fall mit einer deutschen Stadt bewerben."

"Ich wünsche mir, dass München nominiert wird"

"Ich halte diese Entscheidung in Zeiten eines vereinten Europas für gut", erklärte auch Karl-Heinz Rummenigge in seiner Funktion als Chef der europäischen Klub-Vereinigung ECA: "Außerdem zwingt man so in Zeiten der Euro-Krise nicht ein, zwei Länder dazu, Geld in infrastruktuelle Maßnahmen zu stecken, sondern greift auf bestehende Strukturen zurück. Ich hoffe und wünsche mir, dass München als einer dieser Austragungsorte nominiert wird."

Der Beschluss der Uefa bedeutet jedoch nicht, dass die EM künftig immer auf dem gesamten Kontinent stattfinden wird, so Infantino: "Die Entscheidung gilt nur für 2020. Das wird nicht immer so sein." Für die Zukunft sei alles offen. Die nächste Europameisterschaft findet 2016 in Frankreich statt. Erstmals nehmen 24 Teams teil. Zehn Städte haben sich für die Austragung beworben.