Fifa-Skandal Fifa-Ethiker empfehlen neunjährige Sperre für Valcke

Raus aus dem Rampenlicht: Ex-Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke (neben Moderatorin Fernanda Lima) soll lange gesperrt werden.

(Foto: Nelson Almeida/AFP)
  • Blatter, Platini und jetzt auch Jérôme Valcke: Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes will den nächsten Funktionär auf lange Zeit sperren.

Die Ermittlungskammer der Fifa-Ethikkommmission hat bei der Spruchkammer eine Neunjahressperre für den früheren Generalsekretär Jérôme Valcke beantragt. Zudem soll der Franzose wegen mehrerer Verstöße gegen Verhaltensregeln 100 000 Euro Strafe bezahlen. Das gaben die Ethiker des Fußball-Weltverbandes am Dienstag bekannt.

Die Entscheidung über die Sanktion wird die rechtsprechende Kammer unter Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert fällen. Die bis Dienstag um Mitternacht gültige 90-Tage-Sperre soll um 45 Tage verlängert werden.

Valcke wird vorgeworfen, gegen folgende Ethik-Code-Artikel verstoßen zu haben: Nummer 13 (Allgemeine Verhaltensregeln), 15 (Loyalität), 16 (Vertraulichkeit), 18 (Mitwirkung und Rechenschaftspflicht), 20 (Annahme und Gewährung von Geschenken und sonstigen Vorteilen) und 452 (Allgemeine Mitwirkungspflicht).

Konkret soll sich Valcke beim Ticketverkauf für Endrunden von Weltmeisterschaften persönlich bereichert haben. Er hatte Zeugen zufolge zudem im Rahmen von Verhandlungen schon vor der offiziellen Vergabe erklärt, die WM 2022 sei fest an Katar zugesagt. Die Vorwürfe hatte die in Zürich ansässige Agentur JB Sports Marketing bei einer Präsentation kurz vor Valckes Suspendierung durch die Fifa am 17. September 2015 erhoben. Dem 55-Jährigen sei eine Gewinnbeteiligung versprochen worden.

Fifa-Skandal Fifa droht, Valcke verschwindet, Kattner übernimmt

Die Fifa droht nach den neuen Anschuldigungen mit rechtlichen Schritten. Jérôme Valcke taucht indes ab - sein Amt übernimmt der stellvertretende Generalsekretär Markus Kattner.

Valcke war im Machtgefüge des inzwischen für acht Jahre suspendierten Fifa-Präsidenten Joseph S. Blatter (Schweiz) die Nummer zwei, bis der Weltverband ihn von allen Aufgaben entband. Der Verband teilte damals mit, er habe "von einer Reihe von Vorwürfen Kenntnis erhalten, die den Generalsekretär betreffen". Die Ethikkommission hatte neben Blatter auch Uefa-Präsident Michel Platini (Frankreich) bis 2023 für alle Tätigkeiten im Fußball gesperrt. Hintergrund ist eine dubiose Millionenzahlung Blatters an Platini für weit zurückliegende Beratertätigkeiten.