Von Christof Kneer und Ludger Schulze

Der FC Bayern erklärt Mittelfeldspieler Ribéry (vorläufig) für unverkäuflich und liebäugelt mit Trainer van Gaal.

Franck Ribéry ist gesperrt am Wochenende, womit in diesen unruhigen Tagen zumindest eine Nachricht als gesichert gilt: Ribéry wird in dieser Saison keine fünf Spiele mehr für den FCBayern machen - das steht fest. Wie viele er für die Münchner überhaupt noch bestreiten wird, ist aber ungewisser denn je. Während die Bayern gerade den Aktionismus der Klinsmann-Monate aufarbeiten, indem sie sich lustvoll der Vergangenheit in die Arme werfen, hat sich Ribérys Management demonstrativ der Zukunft zugewandt.

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Franck Ribéry wird immer wieder mit anderen Klubs in Verbindung gebracht. (© Foto: AP)

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Laut El Mundo Deportivo soll sich Ribérys Berater Alain Migliaccio am Mittwoch auf Ibiza mit Txiki Beguiristain, dem Sportdirektor des FC Barcelona, getroffen und ausnehmend gut verstanden haben, während andere Quellen von einer konkreten Offerte Kenntnis haben wollen. 28 Millionen Euro plus Aliaksandar Hleb sollen die Katalanen als Gegenwert für Ribérys Dienste angeboten haben - ein Vorstoß, mit dem sie aber kaum Erfolg haben werden.

"Francks Berater weiß, dass der Spieler nicht verkäuflich ist", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß am Freitag. Angefügt werden darf: zu diesem Preis zumindest nicht. Unterstellt man dem Barça-Reservisten Hleb einen Marktwert von gut zehn Millionen, ergäbe sich für Ribéry ein Wert von gut 40 Millionen - in München sind sie sehr deutlich der Meinung, dass diese Summe mit dem wahren Wert ihres besten Fußballers nicht viel zu tun hat.

Sie sehen Ribéry eher in der Nähe von Kaká und Cristiano Ronaldo, deren Wert sich der dreistelligen Millionengrenze nähert. Ohnehin werten die Bayern den Süden Europas offenbar nicht als die Himmelsrichtung, aus der die größte Gefahr droht. Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Barça-Präsident Joan Laporta gelten als befreundet, weshalb sie sich Mühe geben, nicht im Revier des Freundes zu wildern - allerdings kann zurzeit niemand seriös abschätzen, unter welchen Handlungsdruck Barcelona geriete, falls die nächsten Spiele bei Real Madrid (Liga) und beim FC Chelsea (Champions League) verloren gingen.

Die Bayern werden also abwarten, wie sich der Markt in Spanien entwickelt -, ob es etwa Real Madrid gelingt, im Sommer Cristiano Ronaldo zu erwerben. In diesem Fall hätte Manchester United eine Planstelle am Flügel zu besetzen und könnte auf die Idee kommen, das schöne Ronaldo-Geld direkt in Ribéry zu investieren.

England fürchten die Bayern offenbar mehr als Spanien; auch Chelsea soll sich längst in Ribérys Kunst verliebt haben. "Bayern muss mindestens Zweiter werden und Champions League spielen, sonst wäre es definitiv sehr schwer für mich zu bleiben", sagte Ribéry der französischen Zeitung L'Equipe.

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