Nach dem 2:1 gegen Stuttgart freut sich Bayern über die Champions-League-Qualifikation, rechnet mit der Klinsmann-Zeit ab und treibt den Gomez-Transfer voran.
Nein, ein FC Bayern München darf nicht zufrieden sein. Nicht mit einer Saison, in der er nie Tabellenführer war, in der er unter anderem eine 2:5-Klatsche gegen Bremen oder eine 1:5-Pleite gegen Wolfsburg kassierte und in der er bis zum Schluss darum zittern musste, auf einem Champions-League-Platz zu landen. Doch, der FC Bayern muss zufrieden. Mit einer Saison, in der er einen guten Schlussspurt hinlegte, in der es ziemlich turbulent zuging und in der er am Ende das Minimalziel Champions-League-Qualifikation erreichte.
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Vor dem Spiel schenkte Bayern-Manager Uli Hoeneß seinem Trainer und Freund Jupp Heynckes Blumen, nach dem Spiel viele Dankesworte. (© Foto: dpa)
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Die Bayern wissen selbst nicht, was sie von diesem Saisonausgang halten sollen. Zufrieden, nicht zufrieden, ein bisschen zufrieden: Mancher Münchner schafft es, binnen zwei Minuten drei verschiedene Resümes zu ziehen. Nach einem etwas glücklichen, aber insgesamt doch verdienten 2:1 gegen Stuttgart ergänzt Platz zwei in der Bundesliga die bisherige Saison-Bilanz (Aus im Viertelfinale der Champions League, Aus im Viertelfinale des DFB-Pokal). Einerseits herrscht Enttäuschung über die verpassten Chancen; andererseits herrscht Erleichterung über das versöhnliche Ende. Nicht auszudenken, was in München passiert wäre, wenn die Bayern nur Vierter geworden wären - was ja bis zum letzten Spieltag rechnerisch möglich war.
"Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", gesteht Bayern-Manager Uli Hoeneß und schickt ein Kompliment an den Fünf-Spiele-Trainer Jupp Heynckes hinterher: "Ich muss dem Jupp unendlich dankbar sein. Er hat es hier nicht einfach gehabt, er hat einen tollen Job gemacht, die Mannschaft voll hinter sich gebracht. Einige Spieler, speziell unsere Spitzenspieler, waren voll des Lobes über die Arbeit, die er hier gemacht hat."
Bisher stand das Datum 23. Mai in der Vereinsgeschichte für einen großen Triumph, weil am 23. Mai 2001 die Bayern in Mailand die Champions League gewannen. Acht Jahre später steht der 23. Mai für einen Tag, an dem sich Vergangenheit und Zukunft des Klubs kreuzen.
Vergangenheit deshalb, weil an diesem Tag das ganze Experiment Klinsmann und seine Folgen noch einmal sichtbar werden. Die Erinnerung an Klinsmanns Versprechen, jeden Spieler jeden Tag ein bisschen besser zu machen; an Klinsmanns personelle, taktische und pädagogische Fehler; an Klinsmanns enttäuschende Ergebnisse in Hannover (0:1), gegen Bochum (3:3) oder gegen Köln (1:2), mit denen die Bayern die Meisterschaft verloren haben; aber auch an die wankelmütige Haltung der Bosse zu Klinsmann.
27 Tage ist Jürgen Klinsmann nicht mehr im Amt, doch diese 27 Tage haben natürlich nicht ausgereicht, die Klinsmann-Zeit aus dem Münchner Gedächtnis zu tilgen. Und so teilen die Münchner viele kleine Seitenhiebe aus und sinnieren darüber, was in dieser Saison möglich gewesen wäre, wenn ... Manager Uli Hoeneß rechnet hoch, wo die Bayern stehen würden, wenn sie immer so viele Punkte geholt wie in den letzten fünf Spielen unter Jupp Heynckes. Klub-Chef Karl-Heinz Rummenigge sagt, technisch und taktisch habe sich einiges zum Positiven bewegt. Und Mark van Bommel lobt an Heynckes, dass er die Mannschaft stimuliert und korrigiert habe, gut analysiert und Ruhe gebracht habe. Kritik an Klinsmann, verpackt in Lob für Heynckes.
Am vergangenen Mittwoch bei "Stern TV" hat Klinsmann sein Schweigen gebrochen und über seine Zeit als Bayern-Trainer gesprochen. Manch exklusive Meinung hat er dabei kundgetan, und manche Meinung war so exklusiv, dass Hoeneß ein paar Worte zu dieser Sendung verlieren wollte.
Und die fielen dann in bester Hoeneß-Manier auch heftig aus: "Ich habe in Latein mal gelernt: Si tacuisses, philosophus mansisses, das heißt: Wenn du geschwiegen hättest, wärst du Philosoph geblieben. Ich glaube, das wäre besser gewesen. Und auch Herr Jauch hat sich demaskiert als Gefälligkeitsjournalist, und das habe ich ihm ehrlich gesagt nicht zugetraut. Herr Eitel (Berater von Jürgen Klinsmann, Anm. d. Red.) hat die Fragen aufgeschrieben, und Herr Jauch hat sie dann vorgelesen, das Spiel kennen wir ja."
Lesen Sie auf Seite 2: Auf welchen Positionen sich die Bayern verstärken wollen - und auf welchen Positionen sich die Bayern noch verstärken sollten.
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Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Vielen Dank! Sie verstehen es, aus welchen Gründen auch immer (vielleicht hat's ja auch mit Ihrer Aussage "Nie mehr FC Bayern" zu tun, aber es verlangt ja keiner von Ihnen, dass Sie wieder für den FCB spielen, haben Sie schon für den FCB gespielt?) einem das Wort im Mund umzudrehen...
... aber (ich weiß nicht, ob Sie je Fußball gespielt haben oder eine Mannschaft trainiert haben...)
was soll dieser Hinweis auf AH-Fußball.
Ist guter Fußball vom Alter abhängig? Spielt ein 19jähriger automatisch besser als ein 29jähriger?
Klar, dass Leute, die den FCB nicht mögen, tolle Ratschläge geben. Aber nicht zum Wohl des FCB, oder?
Gut, dass die Spiele auf dem Platz entschieden werden und nicht in so einem Forum. Sie werden es nicht verhindern können, dass Bayern nächstes Jahr wieder Meister wird, tut mir Leid (für Sie)!
Schon vergessen, es waren die Bayern, die unbedingt Klinsmann als neuen Trainer wollten. Und Klinsmann hat den Bayern sicher nicht 'das Blaue vom Himmel erzählt'. Der FC Bayern, dieser 'satte Diktator', wie ihn die Gazzetta dello Sport nannte, wird es nächste Saison bestimmt nicht leichter haben, weder in der Bundesliga und auch ganz bestimmt nicht in der Champions League. Fußball mag zwar ein einfaches Spiel sein, aber mit AH-Fußball eines Otto Rehhagel, oder 'Jupp' Heynckes, wird man allerhöchstens Zweiter (wenn überhaupt). ;-)
Absolut richtig, was "Prediger1" zu Uli Hoeness ausführt. Uli ist unumstritten einer besten Manager im Sportbereich weltweit und wahrscheinlich auch aller Zeiten. Ich bin mir sicher, alle Sportvereine würden ihn mit Handkuss und sofort nehmen.
Natürlich macht auch ein Uli H. mal einen Fehler; ist einer unter uns , der keine Fehler macht? Sicher nicht!
Sein größter und teuerster Fehler war sicher das "Experiment Jürgen K." Und das ist den Bayern in vielerlei Hinsicht teuer zu stehen gekommen, denn es ist (leider) gewaltig misslungen.
Wir sollten uns alle daran ein Beispiel nehmen. Leute, seid vorsichtig, wenn euch jemand (egal ob Bankberater, Führungskräfte in Unternehmen, Berater von Versicherungen oder sonstige "Visionäre") das Blaue vom Himmel erzählen und das Ganze sich dann als große Enttäuschung herausstellt.
Fußball ist ein einfaches Spiel. Und das soll es auch bleiben, keine Wissenschaft, die solche selbsternannten "Gurus" wie Jürgen K. braucht.
Wie sagte Otto Rehagel: "Die Wahrheit liegt auf dem Platz".
Nicht auf dem Overhead-Projektor.
Hoeness repräsentiert die alte Elite, die wir nach der Bankenkrise wieder brauchen. Kritisch, stark, erfahren, konzeptuell - keine heiße Luft wie die "Postmodernen"...
http://ethischer-realismus-workgroup.blog.de/2009/05/25/abrechnung-klinsmann-un-heile-welt-6171994/