Eisschnelllauf-WM Sprinter Ihle erlebt seinen "schlimmsten Moment"

Entsetzt nach seinem Fehlstart: Nico Ihle (Archivbild).

(Foto: Christof Stache/AFP)

Ein umstrittener Fehlstart kostet Nico Ihle seine Chance auf eine WM-Medaille. Petter Northug siegt bei der Ski-WM in Falun im 50-Kilometer-Klassikrennen. Francesco Friedrich ist erneut Weltmeister im Zweierbob.

Eisschnelllauf, Sprint-WM: Das Entsetzen stand Nico Ihle ins Gesicht geschrieben. Immer wieder zuckte er verzweifelt mit den Schultern und schüttelte den Kopf. Bei den Sprint-Weltmeisterschaften in Astana hatte der Chemnitzer durch einen angeblichen Fehlstart über 500 Meter die Riesen-Chance auf die erste Medaille eines deutschen Eisschnellläufers seit 24 Jahren eingebüßt. "Das ist der schlimmste Moment meiner Karriere", sagte der Sachse nach dem folgenschweren Missgeschick. Nach einem Fehlstart des Kanadiers Laurent Dubreuil soll der Chemnitzer beim zweiten Versuch die Startlinie um eine Winzigkeit übertreten haben, reklamierte Kampfrichter Jan Zvier aus den Niederlanden. "Das kann doch nicht wahr sein, ich hätte doch davon überhaupt keinen Vorteil gehabt", beschwerte sich Ihle erbost.

Im TV-Aufzeichnungsraum schaute er sich die Situation noch einmal in aller Ruhe an und konnte kein eigenes Verschulden erkennen. Die deutsche Mannschaftsleitung legte Protest ein. Vergeblich - die russische Jury-Chefin Jekaterina Tilschtschikowa schmetterte den Einspruch ab. "Ich war ganz klar auf Medaillenkurs. Die Chance war so groß, ich musste doch eigentlich nur laufen", beklagte Ihle enttäuscht. Nach dem ersten Tag hatte er dank eines glänzenden zweiten Platzes über 1000 Meter im Gesamtklassement aussichtsreich auf Platz drei gelegen und die Riesenchance, als erster deutscher Eisschnellläufer seit 24 Jahren wieder Edelmetall bei einer Sprint-WM zu erkämpfen.

Ski-WM: Norwegens Skilanglauf-Star Petter Northug hat zum Abschluss der nordischen Ski-WM in Falun das Klassikrennen über 50 km gewonnen und sich damit seinen vierten Titel bei den Wettkämpfen in Schweden gesichert. Der 29-Jährige setzte sich nach 2:26:02 Stunden im Zielsprint vor dem Tschechen Lukas Bauer und dem schwedischen Titelverteidiger Johan Olsson durch. Für Rekordweltmeister Northug war es das insgesamt 13. WM-Gold.

Bob-WM: Titelverteidiger Francesco Friedrich (Oberbärenburg) hat sich erneut zum Weltmeister im Zweierbob gekrönt. Bei der Heim-WM in Winterberg setzte sich der 24-Jährige am Sonntag mit Anschieber Thorsten Margis nach vier Laufbestzeiten souverän durch. Mit 1,06 Sekunden Rückstand sorgte WM-Debütant Johannes Lochner (Stuttgart) mit Joshua Bluhm überraschend für einen deutschen Doppelsieg, Lochner musste sich den zweiten Platz allerdings mit dem zeitgleichen Gesamtweltcup-Sieger Oskars Melbardis (Lettland) teilen. Den letzten deutschen Doppelsieg hatte es 2008 in Altenberg durch Andre Lange und Thomas Florschütz gegeben. "Danke an alle, die uns unterstützt haben", sagte Triumphator Friedrich im ZDF, "mit dieser Dominanz hätte ich nie gerechnet. Ich hatte eine Hundertstelsentscheidung erwartet." Bundestrainer Christoph Langen war ebenfalls begeistert: "Das war sensationell, wie die das gemacht haben. Ich bin sprachlos." Junioren-Weltmeister Richard Oelsner (Riesa) wurde mit Eric Franke Neunter direkt vor Nico Walther (Riesa) und Marko Hübenbecker. Friedrich hatte bereits nach den ersten beiden Läufen am Freitag mit fast einer halben Sekunde geführt, am Sonntag legte er mit Streckenrekord im dritten Durchgang noch einmal nach. Der Sachse war als deutscher Hoffnungsträger in die Titelkämpfe gegangen, Favorit war jedoch Melbardis, der die Weltcup-Saison dominiert hatte.

Fußball, Serie A: Fußball-Nationalspieler Mario Gomez (29) hat seinen schwer in die Kritik geratenen Italien-Kollegen Lukas Podolski (29) in Schutz genommen. "Es ist nicht immer einfach, das Land zu wechseln. Podolski leistet sein Bestes, doch Inter hat eine schwierige Phase erlebt, nicht nur Podolski", sagte der Stürmer des AC Florenz im Interview mit der Gazzetta dello Sport. Gomez selbst hatte am vergangenen Donnerstag gegen Tottenham Hotspur (2:0) sein erstes Tor in der Europa League seit einem Jahr geschossen. Podolski musste beim 1:0 von Inter Mailand gegen Celtic Glasgow zuschauen. Er war nach seiner Verpflichtung von Trainer Roberto Mancini nicht für den europäischen Wettbewerb nominiert worden. Inter trifft im Achtelfinale nun auf den Bundesliga-Zweiten VfL Wolfsburg. Gomez, der mit Florenz gegen den AS Rom spielt, verspricht sich von diesem Aufeinandertreffen viel. "Wolfsburg hat im letzten Jahr Gutes geleistet, in dieser Saison geht es noch besser. Wolfsburg ist ein großartiges Team, ich erwarte mir ein schönes Duell", sagte der 29-Jährige.

Eishockey, NHL: Dennis Seidenberg hat in der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL das deutsche Duell mit Tobias Rieder klar gewonnen. Seidenberg siegte am Samstag (Ortszeit) mit den Boston Bruins zuhause 4:1 gegen die Arizona Coyotes mit Rieder. Durch den zweiten Erfolg binnen zwei Tagen wahrte der Ex-Meister seine Chancen auf den Einzug in die Playoffs. Rieder bleibt mit Arizona dagegen Vorletzter in der Western Conference. Verteidiger Korbinian Holzer kassierte mit den Toronto Maple Leafs eine 0:4-Pleite beim kanadischen Rivalen Montréal Canadiens. Toronto ist damit Vorletzter in der Ost-Hälfte. Marcel Goc setzte sich mit den St. Louis Blues 2:1 bei den Edmonton Oilers durch und ist damit weiter auf dem besten Weg in die Playoffs. Torwart Rob Zepp kam beim 4:2-Heimsieg der Philadelphia Flyers über die New York Rangers nicht zum Einsatz.