Eishockey Europas größtes Freiluftspiel

Arena in Nürnberg: bald bereit für das Eishockeyspiel.

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Am 5. Januar findet im Nürnberger Fußballstadion ein historisches Eishockey-Duell statt. Für die Partie der Ice Tigers gegen Berlin sind schon 45.000 Karten verkauft - bis Weihnachten werden wohl auch die letzten 4500 Tickets weg sein. Nun gehen die Arbeiten im Stadion in die heiße Phase.

Von Christian Bernhard

Nein, die Weihnachtsfeier sei beim besten Willen nicht mehr drin gewesen. "Ich war bis nach Mitternacht im Büro", sagt Christoph Sandner, da sei es dann einfach zu spät gewesen.

Sandner ist momentan ein viel beschäftigter Mann. In seiner Funktion als Sport-Kommunikationsmanager von Schmuckhersteller Thomas Sabo, dem Hauptsponsor der Nürnberg Ice Tigers, ist er mitverantwortlich für eine der größten Veranstaltungen, die das deutsche Eishockey je erlebt hat: Das DEL Winter Game, die erste Freiluftpartie in der Geschichte der Deutschen Eishockey Liga.

Am 5. Januar treffen die Ice Tigers im Frankenstadion auf die Eisbären Berlin, rund 50.000 Zuschauer werden dem Ereignis in der Arena des Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg beiwohnen. Und damit doch deutlch mehr als etwa jene 3353 Zuschauer, die am Dienstag den gelungenen Einstand des neuen Tigers-Trainers Bengt-Ake Gustafsson erlebten; Nürnberg besiegte Straubing mit 4:1.

An diesem Donnerstag gehen die Arbeiten im Stadion in die heiße Phase, dann rücken sechs Sattelschlepper an, um den Unterboden zu verlegen, auf dem die Eisfläche implementiert wird. Drei Tage lang werden 2500 Quadratmeter Unterboden und Laufwege installiert. "Der Unterboden ist eine Wabenkonstruktion aus Holzpaneelen mit Brettern darauf", erklärt Sandner, "die Zuständigen bezeichnen ihn als Tanzboden."

Der ehemalige DEL-Profi lacht kurz auf, dann betont er, dass das alles schon kompliziert sei. "Ich glaube nicht, dass irgendeiner im Vorfeld gewusst hat, wie viel Arbeit mit dem Winter Game tatsächlich zusammenhängt", sagte Ice-Tigers-Manager Lorenz Funk den Nürnberger Nachrichten. Alleine am Aufbau sind zehn verschiedene Firmen beteiligt.

Vor einem Jahr entschieden sich die Ice Tigers, das Projekt in die Wege zu leiten. Das Gesamtpaket habe "relativ schnell gepasst", sagt Sandner, mit der DEL und dem 1. FC Nürnberg sei man sich bald einig gewesen. Schnell war klar, dass die Partie nur in der Winterpause der Fußball-Bundesliga ausgetragen werden kann - der 1. FC Nürnberg spielt ja schon am 20. Januar wieder im Frankenstadion. Da muss der Rasen natürlich in einem vernünftigen und bespielbaren Zustand sein, erklärt Sandner, deshalb konnte man "nicht ganz so radikal an die Sache herangehen", wie vielleicht andernorts.