Doping in der Leichtathletik Sein größter Wurf

Diskuswerfer Alwin Wagner bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Berlin 1973.

(Foto: imago/WEREK)

Alwin Wagner war Ende der 70er Deutschlands bester Diskuswerfer. Und gedopt. Er packte aus, erzählt offen von Pillen und Spritzen - und wird von Politik und Verbänden bis heute ignoriert.

Von Johannes Knuth

Als Erstes verführt er sie immer auf dieselbe Weise. Und es klappt, sagt Alwin Wagner, jedes Mal.

Ein Saal im Lichtenberg-Oberstufengymnasium im hessischen Bruchköbel, dunkles Laminat, weiße Wände, grelles Licht, das jede Gemütlichkeit vertreibt. 100 Schüler sind gekommen, die meisten aus den Prüfungskursen Biologie und Sport. "Willkommen zur Doppelstunde Doping", sagt die Schulleiterin. Dann stellt sie ihren Dozenten vor, Alwin Wagner, Diskuswerfer, alleine während des Anabolika-Wettrüstens der 70er- und 80er-Jahre fünf Mal deutscher Meister. Wagner trägt eine dunkelblaue Jeans, einen ...