Bundesverdienstkreuz Kein Kreuz für Schumi

Bundespräsident Horst Köhler verweigert Michael Schumacher wiederholt das Bundesverdienstkreuz. Man muss sich nun nach den Gründen für die Entscheidung fragen.

Von Jürgen Schmieder

Das Bundesverdienstkreuz wurde am 7. September 1951 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss per Stiftungserlass gestiftet: "Er (der Orden, Anm. d. Red.) wird verliehen für Leistungen, die im Bereich der politischen, der wirtschaftlich-sozialen und der geistigen Arbeit dem Wiederaufbau des Vaterlandes dienten, und soll eine Auszeichnung all derer bedeuten, deren Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland beiträgt."

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Mehr als 200.000 Mal wurde es bereits verliehen, einer wird es nicht bekommen: Michael Schumacher. "Bei Herrn Schumacher ist eine Würdigung seiner anerkanntermaßen sportlichen Leistungen bereits durch die Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes erfolgt. Sein darüber hinausreichendes Engagement ist jedoch nach den strengen Maßstäben der Ordensrechtlinien für die Verleihung des Verdienstordens leider nicht ausreichend", heißt es in der schriftlichen Begründung der Ablehnung vor vier Jahren, als Schumacher seine Karriere zum ersten Mal beendet hatte.

Ein weiterer Antrag des Regensburger Eventmanagers Reinhard Köhler wurde vom Auswärtigen Amt im vergangenen Jahr erneut abgelehnt - im Schnellverfahren und ohne ausführliche Begründung. Dafür haben in der Zwischenzeit die Fußballtrainer Jürgen Klinsmann und Joachim Löw das Bundesverdienstkreuz erhalten, die wohlgemerkt jeweils den dritten Platz bei einer Weltmeisterschaft erreichten. Deren Engagement reichte für strengen Maßstäben der Ordensrechtlinien aus, das von Michael Schumacher offensichtlich nicht.

Es scheint, als würde Michael Schumacher im eigenen Land nicht die Liebe erfahren, die ihm im Ausland zuteil wird. Seine Heimatstadt Kerpen verweigerte ihm die Ehrenbürgerschaft, die ihm Maranello - Heimatstadt von Ferrari - bereits wenige Tage nach seinem Rücktritt zuteilwerden ließ. Auch in Modena ist er Ehrenbürger, in der Republik San Marino gar Ehrenbotschafter. In Deutschland dagegen wird Schumacher gemeinhin nur für seine sportlichen Verdienste ausgezeichnet.

Dabei muss sich Schumacher nicht vorwerfen lassen, kein soziales Engagement zu zeigen. Er warb für die Kampagne "Keine Macht den Drogen", ist Sonderbotschafter der Unesco, veranstaltet regelmäßig Benefiz-Fußballspiele. Nach der Flutkatastrophe in Südostasien 2004 spendete er zehn Millionen Dollar für den Wiederaufbau.

Man muss sich deshalb fragen, warum Schumacher das Bundesverdienstkreuz verweigert wird. Schumacher hat als aktiver Fahrer Millionen Menschen begeistert, sein Verhalten abseits der Piste gilt als tadellos. Allerdings warfen ihm Kritiker immer wieder vor, sich als Rennfahrer nicht immer fair verhalten zu haben. Dazu wird ihm vorgeworfen, aus steuerlichen Gründen in die Schweiz ausgewandert zu sein.

Man wird abwarten müssen, was passiert, wenn Michael Schumacher seine Karriere zum zweiten Mal beendet.