Türkei: Millionenbetrug beim Eintrittsgeld Doppelt kassiert an der Hagia Sophia

Offenbar im großen Stil haben korrupte Beamte an der Hagia Sophia und dem Topkapi-Palast in Istanbul den Eintritt manipuliert. Mit dem unterschlagenen Geld sollen sie Casino-Besuche, Häuser und Sex-Partys finanziert haben.

Der Betrug mit Eintrittskarten an zwei der berühmtesten Attraktionen in der türkischen Metropole hatte Methode und war bestens organisiert. Wie türkische Medien berichteten, schickten korrupte Ticketkontrolleure am Topkapi-Palast ahnungslose Touristen mit bezahlten Eintrittskarten ohne Barcode durch die Drehgitter am Eingang. Die Gitter wurden mit Hilfe von Barcodes geöffnet, die die Angestellten versteckt bei sich trugen, die Tickets der Besucher wurden anschließend erneut verkauft.

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Bei der Hagia Sophia sollen voll bezahlte Eintrittskarten so manipuliert worden sein, dass sie von der elektronischen Erfassung der Karten als kostenlose Karten für Schüler registriert wurden.

Neue Häuser und Autos

Mit dem unterschlagenen Geld sollen die Beamten einen ausschweifenden Lebensstil mit Sex-Partys und dem Besuch von Spielcasinos im Ausland finanziert haben, hieß es in den Berichten weiter. Einige Beamte hätten sich innerhalb kurzer Zeit neue Häuser und Autos leisten können. Die Unterschlagung flog durch einen wachsamen Polizisten im Topkapi-Palast auf.

Zwei frühere Beschäftigte des Topkapi-Palastes stehen bereits vor Gericht. Im Fall der Hagia Sophia dauern die Ermittlungen noch an. Dort seien aber fünf Verdächtige entlassen worden, weitere acht wurden versetzt.

Seitdem die Unterschlagung aufgeflogen ist, kann sich der türkische Tourismusminister Ertugrul Günay über ein sattes Plus durch den Ticketverkauf am Topkapi-Palast und der Hagia Sophia freuen: Die Einnahmen seien um 40 Prozent gestiegen, wurde Günay in den Medien zitiert. Das bedeute, dass diese 40 Prozent vorher abgezweigt worden seien. Insgesamt werden demnach in diesem Jahr Mehreinnahmen von 24 Millionen Lira (10,5 Millionen Euro) erwartet.