Reise-Gadgets Das braucht doch kein Mensch

Ein Koffer, der dem Handysignal folgt, ein Schlafsack zum Herumlaufen und ein Kissen mit der Anmutung eines Astronautenhelms: Zehn kuriose Erfindungen für den praktisch veranlagten Reisenden. Einige davon sind vielleicht sogar nützlich.

Von Daniela Dau

Dieser Koffer folgt aufs Handysignal - so hoffen die Erfinder.

(Foto: cargocollective.com)

Der folgsame Koffer

Sie haben es satt, Ihren Koffer durch endlos lange Flughafen-Gänge zu schleppen? Dann ist vielleicht der "Hop" die Lösung: Ein Koffer, der nicht getragen werden muss, sondern Ihnen selbständig hinterherfährt. Gesteuert durch Signale Ihres Mobiltelefons setzt sich der Koffer in Bewegung. Kann er nicht mehr folgen oder wird der Abstand zum Besitzer zu groß, sendet er einen Vibrationsalarm auf das Handy. Ob das genügend Reaktionszeit lässt, um einem flinken Koffer-Dieb hinterherzurennen, verraten die Erfinder des "Hop" auf ihrer Website nicht. Die neue Armfreiheit müssen zukünftige "Hop"-Besitzer mit weniger Koffervolumen bezahlen. Neben der Batterie, die das Raupen-Fahrwerk antreibt, bleibt nicht mehr viel Platz für umfangreiche Urlaubsgarderobe. Bei der Auswahl sollte man ohnehin besonnen zu Werke gehen, denn wegen des Eigengewichts des Koffers sind die Gewichtsobergrenzen der Fluggesellschaften schnell erreicht. Auch bei der Beweglichkeit ist noch Luft nach oben: Wenn der noch nicht zur Marktreife gelangte "Hop" sich ruckelnd und zuckelnd in Bewegung setzt, werden Erinnerungen an R2D2 wach, der im Vergleich dazu elfenhaft über den Boden schwebte.

Das Kopf-Kissen

Viele Urlauber kämpfen auf ihren Reisen mit Schlafproblemen. Entweder es sind die ungewohnten Geräusche im Regenwald des Amazonas, die des Nachts die Ruhe rauben, das mangelnde Angebot an Ruhekissen und Schlafmasken in der Economy Class oder das kreischende Baby auf der anderen Seite der papierdünnen Zimmerwand im All-Inclusive-Hotel. Ein neuartiges Kissen-Konzept des Designkollektivs Kawamura Ganjavian könnte das Wegnicken erheblich erleichtern. Das Ostrich-Pillow (benannt nach dem Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt) umschließt den ganzen Kopf, so dass sich der Schläfer wirksam von der Umgebung abschotten kann. Durch die Öffnung in der Mitte bekommt der müde Reisende Luft. Die beiden seitlichen Öffnungen sind nicht etwa dafür gedacht, dass doch noch ein Rest von Geräuschen wie von fern ins Bewusstsein dringt. Hier platziert der Schläfer seine Hände, wenn er den Kopf zum Nickerchen auf die Tischplatte vor sich legt - die Designer haben wirklich an alles gedacht.

 Ihr müdes Haupt zu betten, ist mit dem Ostrich-Pillow kein Problem mehr. Wie Ihre Mitmenschen darauf reagieren, eventuell schon.

(Foto: studio-kg.com)

Der Schlafanzug für Teletubbies

Wie formschön die Erfinder des "MusucBag" das Praktische mit dem Nützlichen verbunden haben! Dieser Schlafsack ist ein polyestergefütterter Schlafanzug mit integrierten Hand- und Fußteilen, der maximale Bewegungsfreiheit mit wohligem Wärmeempfinden kombinieren soll. Außerdem verfügt er über mehrere Taschen, Lüftungsschlitze und einen verstellbaren Taillengurt, der für eine schlanke Silhouette sorgt. Reisende, die mit der Anmutung eines Teletubbie oder Michelin-Männchens kein Problem haben, tragen den "MusucBag" bei den verschiedensten Gelegenheiten, etwa zur Pyjamaparty, um sich eine Sanddüne hinunterzustürzen oder beim Campen. Wer sich nicht mehr nachts aus dem Schlafsack schälen möchte, um durch die Kälte zur Toilette zu laufen, behält seinen Schlafsack einfach an - und kommt noch nicht einmal in Gefahr, auf glitschigen Fliesen auszurutschen: Der "MusucBag" verfügt über Anti-Rutsch-beschichtete Sohlen.

Mit dieser Schlafsack-Schlafanzug-Kombination schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Polyester-Füllung.

(Foto: musucbag.com)