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Mitten in ... Peking
Pfeifen im Wald geht in Peking nicht. Mangels Wald. Pfeifen im Park geht schon. Und zwar so: Mutter pfeift, Baby pinkelt. Auf Kommando. Funktioniert bis zum Kleinkindalter. Und zwar durch die Hose durch, bzw. durch den dort speziell eingelassenen Schlitz. Höhepunkte der letzten Parkausflüge: Erstens: zwei Zwillingsmädchen, 15 Monate alt, die auf Pfiff hin gleichzeitig in die Hocke gehen und zwei Bächlein spenden. Zweitens: auf einer Parkbank rastend Großmutter, Mutter und Babyjunge, letzterer auf dem Schoß der Mutter. Irgendwann hebt sie seine Beine an, legt so den Schlitz frei und pfeift. Einmal: nichts. Ein zweites Mal: nichts. Ein drittes Mal: jetzt aber. Ein schöner feiner Strahl hebt sich, zieht eine saubere Kurve durch die Frühlingsluft - und landet auf der Bluse der Oma, deren Augen sich in stummem Erschrecken weiten.
Kai Strittmatter, SZ vom 20./21. April 2013
Im Bild: Kleiner Junge in einem Vergnügungspark in Peking
Bild: dpa19. April 2013, 18:02 2013-04-19 18:02:17 © SZ