Mitten in Absurdistan"Jakob ging nicht dran. Aber Günther!"

Wenn Kinder am Sonntagmorgen durch die Welt telefonieren, ist das doch schön. In Peking machen sie ihre pfeifenden Eltern auf andere Art glücklich. Und Buenos Aires demonstriert eindrücklich, wie angewandte Globalisierung funktioniert.

SZ-Korrespondenten berichten Kurioses aus aller Welt.

Mitten in ... Peking

Pfeifen im Wald geht in Peking nicht. Mangels Wald. Pfeifen im Park geht schon. Und zwar so: Mutter pfeift, Baby pinkelt. Auf Kommando. Funktioniert bis zum Kleinkindalter. Und zwar durch die Hose durch, bzw. durch den dort speziell eingelassenen Schlitz. Höhepunkte der letzten Parkausflüge: Erstens: zwei Zwillingsmädchen, 15 Monate alt, die auf Pfiff hin gleichzeitig in die Hocke gehen und zwei Bächlein spenden. Zweitens: auf einer Parkbank rastend Großmutter, Mutter und Babyjunge, letzterer auf dem Schoß der Mutter. Irgendwann hebt sie seine Beine an, legt so den Schlitz frei und pfeift. Einmal: nichts. Ein zweites Mal: nichts. Ein drittes Mal: jetzt aber. Ein schöner feiner Strahl hebt sich, zieht eine saubere Kurve durch die Frühlingsluft - und landet auf der Bluse der Oma, deren Augen sich in stummem Erschrecken weiten.

Kai Strittmatter, SZ vom 20./21. April 2013

Im Bild: Kleiner Junge in einem Vergnügungspark in Peking

Bild: dpa 19. April 2013, 18:022013-04-19 18:02:17 © SZ