Kreuzfahrt-Reedereien kontrollieren am Pool Es lebe die Handtuch-Polizei!

Es sind nicht nur die Touristen an Hotel-Pools, die sich über dauerbelegte Liegen ärgern, auf denen allerdings nur das Handtuch und selten dessen Besitzer ruht. Auf Kreuzfahrtschiffen bekommen es diese nun mit "Pool-Sheriffs" zu tun.

Von Katja Schnitzler

Meine Reise! Mein Geld! Meine Liege! Wer eine Pool-Liege dauerbesetzt, macht sich nicht nur in Hotels unbeliebt.

(Foto: iStockphoto)

Da meiden die Touristen überfüllte Pauschalhotels mit zu wenig Liegen am Pool, investieren in eine Kreuzfahrt übers Meer und dann das: Auch hier besetzen Handtücher statt Menschen die besten Plätze am Schwimmbad und an der Reling. Deren Besitzer machen währenddessen, was man auf Kreuzfahrtschiffen so macht - nur liegen sie nicht am Pool. Das lässt sich die amerikanische Reederei Carnival Cruises von diesen Kunden nicht länger bieten. Nun sollen Sheriffs dort weiterhelfen, wo bei manchen die guten Manieren enden.

Wer also nach dem Motto "Meine Reise! Mein Geld! Meine Sonnenliege!" letztere über Gebühr beansprucht, ohne selbst darauf zu ruhen, wird künftig erst einen Strafzettel, dann jemand anderes auf seiner Liege vorfinden. Allerdings rechnet Carnival Cruises offenbar mit Widerstand, denn die aus Mitarbeitern bestehende "Handtuch-Polizei" soll erst einmal nur an Bord der Carnival Breeze patroullieren. Je nach Erfahrung wird das System auf die anderen Schiffe ausgeweitet.

Die Mitarbeiter sollen auf Sonnenliegen, die mit einem Handtuch oder anderen Gegenständen belegt sind, warnende Aufkleber hinterlassen. Ist die Liege nach 40 Minuten immer noch reserviert, wird das Handtuch abgeräumt. Der Besitzer erfährt per Zettel, wo er dieses wiederfindet.

Carnival Cruises ist eine Tochtergesellschaft des Carnival-Konzerns, zu dem auch Aida und Costa gehören. Auf Aida-Schiffen hat man schon länger Erfahrung mit dem Freiräumen belegter Liegen, dies geschehe sehr zur Freude der anderen, wartenden Passagiere.

Und auch Tui Cruises geht mit "Strafzetteln" gegen Liegestuhl-Beleger vor: Hier werden die Deck-Stewards dazu angehalten, mit viel Fingerspitzengefühl vorzugehen und sich erst einmal bei den Liege-Nachbarn zu erkundigen, ob dieser etwas über den Verbleib des Handtuch-Besitzers weiß. Nach einer halben Stunde Absenz wird aber auch hier abgeräumt. Schließlich sollen die Kreuzfahrt-Kunden zufrieden sein und den nächsten Urlaub nicht wieder am Strand statt auf See verbringen.