Über den beliebten Klettersteig an der Alpspitz-Nordseite gelangt man hoch über den Garmischer Talkessel hinaus.
Ein Eisenweg der Superlative, zumindest was den Materialverbrauch angeht. Fast scheint es, als hätten die Erbauer das Drahtseil der Seilbahn auf den Osterfelderkopf, dem Startpunkt zur Tour, nahtlos weitergeführt bis auf die Alpspitze. Fast durchgehend führt das Seil durch die steile Nordwand. Der Steig sucht sich hier nicht die leichteste Linie, sondern die aufregendste, kühnste. Glatte Felsplatten und Steilaufschwünge werden dabei gezielt in die Route mit einbezogen, allerdings perfekt abgesichert mit Drahtseilen, Stiften, Klammern und Leitern.
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Ein Bergsteiger versetzt am Klettersteig an der Alpspitze bei Garmisch seinen Sicherungskarabiner. (© picture-alliance/ dpa)
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Man erkennt sich an der Ausrüstung
Der Anstieg über die Ferrata ist nicht zu verfehlen. Zum einen ist der Steig gut ausgeschildert, zum anderen sind die zahlreichen Klettersteigaspiranten gut an ihrer Ausrüstung zu erkennen - man muss ihnen nur folgen. Den Großteil der Strecke zwischen Tal und Gipfel überwindet man bequem mit der Alpspitzbahn, so dass vom Osterfelderkopf lediglich noch 600 Höhenmeter zu bewältigen sind. Der Anstieg beginnt mit einer fast ebenen Querung bis zu einer Wegverzweigung: der linke Weg führt zum Nordwandsteig, der rechte zur Ferrata.
Bereits zum Auftakt kommt richtiges Klettersteigfeeling auf: Mehrere Leitern führen über eine steile Felspassage. Nach der Stoaröslscharte, von der man einen fantastischen Blick auf die Zugspitze genießt, führen die Drahtseile direkt hinein in die plattige Nordwand. Über Felsstufen und -platten, Rinnen und Rippen geht es steil bergauf.
Die Rast wird etwas länger...
Kurz unter dem abweisenden Gipfelaufbau weicht der Steig kurz auf die Westseite der Alpspitze aus, um wenig später direkt auf dem 2.628 Meter hohen Gipfel zu enden. Hier bestätigt sich, was vom Tal aus schon zu vermuten war: die Alpspitze ist ein vorzüglicher Aussichtsgipfel. Kein Wunder, dass die Rast meist etwas länger als geplant ausfällt.
Zurück ins Tal gibt es mehrere Möglichkeiten: zum Osterfelderkopf entweder wieder auf der Nordwand-Ferrata oder über die Ostflanke und den Nordwandsteig, zur Seilbahnstation auf dem Kreuzeck. Für das Schlussstück bieten sich weitere zwei Varianten an, entweder über den Ostgrat und die Schöngänge oder durch das Grieskar und den Stuibensee - ein Abstieg schöner als der andere.
Anfahrt: Garmischer Autobahn bis Autobahnende und über Garmisch-Partenkirchen zum großen Parkplatz an den Talstationen von Kreuzeck- und Osterfelderkopfbahn
Zeit: Insgesamt 5,30 Stunden
Schwierigkeit: Der 1978 gebaute Klettersteig ist gut gesichert, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sowie komplette Klettersteigausrüstung erforderlich. Aufgrund der vielen Begeher ist die Steinschlaggefahr in der Ferrata nicht zu unterschätzen!
Einkehr: Gaststätte am Osterfelderkopf (2030 Meter)
Karte: BLVA UK L 31, Werdenfelser Land (1:50.000)
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(Süddeutsche.de/Stefan Herbke/dd)
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Leider hat der Autor bei aller Sorgfalts- und Führsorgepflicht den beeindruckendsten und mit Abstand längsten und anspruchsvolsten Abstiegsweg von der Alpspitze unterschlagen:
Vom Gipfel der Alpspitze über den Südwestgrad hinab zur Grieskarscharte (45') und dann den athemberaubenden 'Natursteig' hinab ins Mathaisenkar.
Auf einfach gesichertem Steig, kontrastreich weit ab vom Alpspitz-Massentourismus, den die Ferrata so mit ca. 500 Personen/Tag anzieht, teils luftig und ausgesetzt bis auf 2100 m mit durchgängigen Fixseilen hinab, dann auf schotterschwangeren Steintrassen bis auf 1800m - eher nur für absolut trittsichere Kandidaten zu empfehlen - steil abfallend ins Geröllfeld und die ersten Latschenfelder(2-x h). Weiter auf "Bösem-Tritt-Weg" in 1h zur Höllentalangerhütte, an der man bis 20:00 verköstigt wird und dann nochmals 1:30 bis nach Hammersbach.
Wer rückwärtsgewandt nochmals im unteren Mathaissenkar die himmelstrebenden Wände und Schroffen der Alpspitze und des Hochblassens bewundert, wird es nicht für möglich halten, das man eine solche Wand durchstiegen hat !
Voraussetzungen:
Abs. Sichere Wetterlage
nochmal Abs. Sichere Wetterlage
Festes Schuhwerk
Steig-Sicherungsausrüstung
Trittsicherheit
Schwindelfreiheit
Genug zu Trinken
Die Via Ferrata an der Alpspitze in GAP ist kein Klettersteig in herkömmlichem Sinne, viel mehr ein "moderne Gehhilfe für Holländer"..
Sind mir doch am Wochenende (Samstag, als das schlimme Wetter an einem anderen Klettersteig im Berchtesgaden war) wieder 2 freundliche EU-Kollegen von der Flachlandtruppe mit perfekter Ausrüstung - nämlich keiner - und nicht sonderlich Ferrata-geeigneten SANDALETTEN entgegengekommen.
Diese perfekt versicherten Steige ohne sonderlicher Einstiegsschlüsselstelle verleiten leider immer wieder Menschen, die sich damit selbst und andere in erhebliche Gefahr bringen, zum Einstieg.
Siehe auch: Schwerer Bergung nach Gewitter in Berchtesgadener Klettersteig mit 15 Schülern und Lehrer (!) im T-Shirt.