Ganz schön derb

Deutsche Reisende enttäuscht von Bayern /
Von Katja Schnitzler
/ Veröffentlicht am , im Reiseblog

Deutsche machen gerne in Deutschland Urlaub, schön ist es hier ja. Aber von Bayern hätten die Feriengäste fast ein bisschen mehr erwartet.

Die Stiftung für Zukunftsfragen hat mehr als 4000 Bundesbürger befragt, welche Vorstellungen sie von Urlaubszielen in Deutschland haben und welche Merkmale tatsächlich vor Ort erfüllt wurden. Dabei kam für das ganze Land Positives ans Licht: Es ist nicht so teuer, wie gedacht. Und das Wetter ist auch besser.

Nur in Bayern klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander: Die Urlauber erwarteten südlich des Weißwurstäquators (Donau, liebe Preußen) eine Sehenswürdigkeit und ein Ausflugsziel nach dem anderen, wenn nicht übereinander, sozusagen in Personalunion. Und auch Seen und Schwimmbäder sollten mindestens traumhaft sein. Waren sie aber nicht, nicht immer jedenfalls.

Und außerdem, moserten die Besucher aus dem Norden, seien die Bayern ja gar nicht so kinderfreundlich wie gedacht: Die Hälfte ging davon aus, dass es jeden Bajuwaren freut, wenn sich eine Kinderschar an seinem Biertisch niederlässt, ist doch gemütlich. Nach dem Urlaub fanden nur noch 18 Prozent der Befragten, dass in Bayern Kinderfreunde leben.

Doch das muss auf einem interkulturellen Missverständnis beruhen, das haben die Besucher nur falsch verstanden: In Wirklichkeit war selbst der Bayer im Biergarten äußerst freundlich zu den Kleinen. Hätten diese den bayerischen Grant gekannt, hätten sie das auch gemerkt.

Trotz der ernüchternden Umfrage-Ergebnisse sollten die Menschen im Ferienziel Bayern ihren "Mia san mia"-Eigensinn behalten. Denn, so erklärt die Stiftung: "Keine andere deutsche Urlaubsdestination hat ein besseres Image als die Feriengebiete in Bayern." Bei so hohen Erwartungen sei es fast logisch, dass nicht alle Vorstellungen erfüllt werden könnten. Da samma aber froh.