Vielen Bahnkunden ist nicht bewusst, dass sie beim Bestellen einer Gratis-Bahncard einen Abonnement-Vertrag unterschreiben. Der Ärger kommt mit der ersten Rechnung.
Ein guter Tag, dachte sich Manuel Lang und hielt zufrieden den Gutschein in den Händen. Er war in der Mensa in Greifswald einem Studentenclub beigetreten und bekam dafür eine Bahncard 25 geschenkt. Der angehende Mediziner löste anschließend im nächsten Bahnhof den Gutschein ein und fuhr zwölf Monate mit der Bahn durch Deutschland mit jeweils 25 Prozent Rabatt. Doch nach einem Jahr erhielt er eine neue Karte und eine Rechnung über 57 Euro. Das Abonnement habe sich um ein Jahr verlängert, schrieb die Bahn.
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"Ich bin aus allen Wolken gefallen", sagt Lang. "Ich dachte, die Bahncard sei ein Geschenk. Beim Einlösen des Gutscheins wurde ich nicht darauf hingewiesen, dass ich ein Abo eingehe. Damit hätte ich nie gerechnet." Briefe, Telefonate, Beschwerden haben nichts genützt, Manuel Lang musste die neue Bahncard bezahlen. Mit den Mahngebühren und den Kosten für ein Inkassobüro überwies er sogar 112 Euro. "Richtig ärgerlich", wie er findet.
Die Beschwerde
Vielen Bahnkunden ist nicht bewusst, dass sie beim Kauf einer Bahncard diese auch abonnieren. Das bestätigt auch die Schlichtungsstelle Mobilität in Berlin. Die Einrichtung, die vom Verkehrsclub Deutschland betrieben und Verbraucherschutzministerium finanziert wird, vermittelt seit rund vier Jahren zwischen Bahn und Kunden. Über 4000 Anfragen haben die Schlichter bislang bearbeitet, knapp 720 davon zum Thema Bahncard. "Allein das Kündigungsproblem betrifft mehr als die Hälfte der Bahncard-Fälle", sagt die juristische Leiterin Birgit Zandke-Schaffhäuser.
Das Problem
Dass es sich bei der Bahncard um ein Abonnement handelt, ist für viele Kunden nicht offensichtlich genug. "Zwar steht es auf dem Antrag mittlerweile groß drauf", sagt Zandke-Schaffhäuser. "Jedoch bekommen die Kunden außer bei einer Bahncard 100 keinen Durchschlag mit nach Hause. Viele Kunden können sich dann nach einem Jahr gar nicht mehr erinnern, was sie eigentlich unterschrieben haben."
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Das die Bahn die Bahncard als Abo anbietet dafür habe ich ja noch Verständnis. Auch für die 3 Monatige Kündigungsfrist habe ich zähneknirschend noch Verständnis.
Aber das Eingehen eines Abos bewußt zu verschleiern erinnert mich dann doch arg an Methoden von Verkäufern von Zeitungsabos an der Haustüre, s.g. Drückern.
Ist die Bahn nun schon so weit, daß sie sich auf das Niveau von Drückern begibt, die oft versuchen ahnungslose Omas über den Tisch zu ziehen?
Arme Bahn.
Anscheinend immer noch nicht dem Volke bekannt:
Mit Post - Bahn - Telekom nicht einlassen, nur so bist Du vor der Mafia sicher.
Mir ging es auch so: Mir wurde die neue Bahncard 50 vor einigen Monaten für flockige 180 EUR oder so zugeschickt, ich hatte die erste Banhcard damals am Schalter gekauft und von einem Abonnement war meiner Erinnerung nach beim besten Willen nicht die Rede. Im Kleingedruckten stand es bestimmt irgenwo drin. Klassisches Über-den-Tisch-Ziehen. Aber da ein Rechtsstreit vermutlich aussichtslos ist, habe ich um Kulanz gebeten und die Bahncard zurückgeschickt. Daraufhin wurde mir eine "Ersatzkarte" zugeschickt, Kulanz abgelehnt und um Zahlung gebeten. Ich habe dann fluchend aber termingerecht gezahlt.
Seitdem bekomme ich Post von einem Inkassobüro, inzwischen sind es rund 230 EUR. Aber da ich ja gezahlt habe (was ich mehrmals nachgeprüft habe) lass ich die jetzt in´s Messer laufen. Hauptsache diese Kakerlaken haben maximal hohe Kosten. Es ist widerlich was da alles abgeht.
Die Krönung der Dreistigkeit ist, dass man die BahnCard auch nicht direkt auf der Anmeldung kündigen kann.
Die BahnBonus-Prämien sind ähnlich unverschämt. So kann man für 2000 Punkte einen Mitfahrer mitnehmen... aber nur, wenn man die eigene Fahrkarte selbst bezahlt, eine eigene Freifahrt-Fahrkarte ist unzulässig.
Als Eisenbahnfreund ist schon frustrierend zu sehen, was für ein S*****-Laden die Deutsche Bahn AG ist. Warum nur bekommt die Bahn nicht endlich Konkurrenten im Fernverkehr?
Danke für diesen Bericht! Für mich kam er leider zu spät... Davon ausgehend, eine Bahncard mit einem Jahr Gültigkeit erworben zu haben, staunte ich nicht schlecht als plötzlich unaufgefordert ein Brief mit einer neuen Bahncard im Briefkasten lag.
Immerhin habe ich etwas daraus gelernt und werde mich nun bei jeglicher Unterschrift darüber informieren, ob ich mir nicht ein Abo ans Bein binde.
Schlimmer noch als die Abo-Politik finde ich jedoch die Preise der Bahn. Ohne Bahncard ist fast immer die Fahrt mit dem PKW günstiger - zu zweit sowieso.
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