Wulff-Prozess Gericht vernimmt Hotelangestellte

Zweiter Verhandlungstag im Wulff-Prozess: Der Ex-Bundespräsident vor Gericht

Tag zwei von 22: Zum ersten Mal werden im Prozess gegen den ehemaligen Bundespräsidenten Wulff vor dem Landgericht Hannover Zeugen gehört. Die Mitarbeiter eines Münchner Hotels bleiben aber vage.

Im Korruptionsprozess gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff haben die ersten beiden Zeugen ausgesagt. Das frühere Staatsoberhaupt muss sich seit vergangener Woche wegen Vorteilsannahme vor dem Landgericht Hannover verantworten.

Hintergrund ist ein Besuch Wulffs beim Oktoberfest 2008, bei dem seine Hotelkosten im "Bayerischen Hof" in München teilweise von Filmfinanzier David Groenewold übernommen worden sein sollen. Wulff, damals Ministerpräsident in Niedersachsen, warb später für ein Projekt Groenewolds beim Elektrokonzern Siemens um Unterstützung, der Filmproduzent ist deswegen mitangeklagt.

Im Verfahren wurden nun Mitarbeiter des Hotels vernommen. Der Empfangschef des Bayerischen Hofs berichtete, es habe beim Aufenthalt der Wulffs während des Oktoberfestbesuchs 2008 ein kostenloses Zimmer-Upgrade gegeben. "Natürlich auch, weil es Herr Wulff war, das ist ja klar", sagte der 48-Jährige. Ein weiterer Zeuge, der Assistent der Geschäftsführung des Hotels, sagte, er selbst habe keinen direkten Kontakt zu Wulff gehabt.

Detailliert versuchte das Gericht zu klären, wer das Hotelzimmer der Wulffs wann zu welchem Preis buchte und was später tatsächlich abgerechnet wurde. Dies blieb jedoch auch nach den Aussagen der Hotelmitarbeiter insgesamt unklar.

Am ersten Verhandlungstag vor einer Woche hatte Wulff alle die gegen ihn gerichteten Vorwürfe abgestritten. Er habe erst im Februar 2012 erfahren, dass sein Freund für ein Oktoberfestwochenende in München einen Teil der Zimmerkosten übernommen habe. Er habe ihn zur Rede gestellt und das Geld sofort zurücküberwiesen. Insgesamt geht es bei dem Prozess wegen Vorteilsnahme um einen Betrag von 753,90 Euro.

Die 2. Große Strafkammer des Landgerichts Hannover hat für das Verfahren 22 Verhandlungstage bis Anfang April kommenden Jahres angesetzt. 46 Zeugen sind geladen, darunter auch einige Prominente.