Eine Leiche mit zugenähtem Brustkorb, eine schwarze Raucherlunge und ein von Krebsnarben entstellter Mund: Drastische Bilder auf amerikanischen Zigarettenpackungen sollen Raucher abschrecken. Das könnte tatsächlich gelingen, denn Horrorbilder schocken viel mehr als abstrakte Warnungen in Worten.
Rauchen ist schädlich, gefährlich, tödlich. Wer raucht, fügt nicht nur sich Schaden zu, sondern auch seinen Mitmenschen. Das ist lange bekannt, vielfach wissenschaftlich belegt und bewiesen. Herzinfarkt und Schlaganfall, Thrombose und Impotenz, Leberzirrhose, Magen-Darm-Geschwür, Krebserkrankungen aller Art und viele Leiden mehr gehen auf das Rauchen zurück oder treten bei regelmäßigem Nikotinkonsum deutlich häufiger auf. Wissen kann man das seit Jahrzehnten. Wissen wollen das die Raucher allerdings nicht.
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Raucher reden sich ihr Laster schön, argumentieren mit dem Onkel, der trotz drei Packungen Zigaretten am Tag 90 geworden ist - oder sie relativieren die Bedrohung, weil schließlich das ganze Leben ein einziges Risiko ist und immer tödlich endet. Die meisten Raucher verdrängen die Gefahr. Auf sie zielt die geplante Kampagne der amerikanischen Arznei- und Lebensmittelbehörde FDA. Drastische Bilder auf den Packungen - etwa von einer Leiche mit zugenähtem Brustkorb, einer Raucherlunge und einem von Krebsnarben entstellten Mund - sollen Raucher abschrecken. Es erstaunt nicht, dass die vier großen Tabakfirmen dagegen klagen.
Die deutliche Darstellung ist jedoch richtig und wichtig. Bilder sind wirksamer als Warnungen in Worten. Die Tabakindustrie weiß, dass die heftige Bildsprache auf den Packungen manche Raucher so sehr beeindrucken wird, dass sie in der Folge weniger Nikotin konsumieren. Die Firmen fürchten zu Recht erhebliche Umsatzeinbußen. Der Protest der Tabaklobby zeigt, wie sinnvoll die für 2012 geplante Bebilderung von Zigarettenpackungen in den USA ist. Europa sollte sich Ähnliches überlegen.
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(SZ vom 18.08.2011/olkl)
auf ALLEN Süssigkeitenverpackungen!
Das wird lustig an der Supermarktkasse: Ein Panoptikum des Grauens.
..beziehen Sie sich?
Sorry, ich habe an keiner Stelle von einer staatlichen Kontrolle der Rauchgewohnheiten geredet. Lesen Sie meine Kommentare doch erst einmal durch, bevor Sie mir etwas unterstellen.
"Angesichts der Opferzahlen und der Kosten im Gesundheitswesen darf die Ernährung nicht mehr länger dem Einzelnen überlassen werden, sondern gehört unter staatliche Kontrolle. Wer sich täglich an den fettleibigen Mitbürgern vorbeidrängen muß wird einsehen das dies unzumutbar ist. Es kann doch nicht angehen, das diese Leute sich beliebig vollstopfen können, obwohl doch jeder weiß wie gefährlich das ist. Wenn man einmal wie ich eine Fettleber in der Hand gehalten hat, der weiß wovon ich rede.
Im Namen der Volksgesundheit schafft endlich die entsprechenden Gesetze."
Wollen Sie das wirklich?
dass die Fernsehwerbung mit dem harten Mann der Prärie viel beeindruckender ist als die abschreckenden Bildchen. Insofern sollte man ruhig Tabakwerbung in Fernsehen und Kino wieder zulassen, aber mit einem entsprechenden Vor- und Abspann, in dem man einen Raucher im Lungenkrebsendstadium zeigt, wie er langsam und erbärmlich verreckt, wo jeder Atemzug eine Tortur ist. Am besten in Nahaufnahme mit Dolby Surround Sound! Das würde den Abschreckungseffekt sicher deutlich verbessern.
Würde ich jedem Raucher empfehlen: Besucht mal die onkologische Station im nächsten Krankenhaus und sprecht mit den Rauchern - d. h. wenn die noch sprechen können. Gibt eine ganz neue Sicht auf das eigene Leben!
Mit den Raucherlungen ist es wie mit den Verkehrstoten auf den Propagandaschildern der Deutschen Verkehrswacht auf den Autobahnen. Die Negativ-Propaganda bestärkt nur die, die das eh nicht machen. Für die anderen wird es jedoch eher noch zum Ansporn, erst recht weiter zu machen.
Für alle jedoch sind die Schreckensbilder ein Ärgernis. Kinder werden in den Supermärkten mit den Regalen voller Schachteln mit Schreckensbildern konfrontiert, genauso sie die Landschaft mit großen Plakaten von Verkehrstoten verschandelt wird.
Wir sehnen uns nun mal nach einer heilen Welt; die Werbung ist so aufgebaut. Der Coole Cowboy in der Prärie wirkt viel stärker als die grausamen Bilder und die Packungen verschandeln nur die Supermärkte, die Raucher stecken sich ihre Tabakwaren einfach in eine neutrale Schatulle.
Alle Raucher wissen, daß Rauchen gesundheitsschädlich ist. Das muß man ihnen nicht noch mal eintrichtern. Zu Rauchen beginnt man meistens, weil es das soziale Umfeld, also die Freunde auch tut. Vor allem für junge Mädchen ist Rauchen in der Öffentlichkeit oft ein Ausdruck dafür, geschlechtsreif zu sein. Für viele Jungs immernoch inbegriff der Coolness.
Die Ächtung des Rauchens bekommt man nicht durch solche billigen Propagandamethoden, sondern ganz einfach durch steuerliche Maßnahmen, in dem man die volkswirtschaftlichen Kosten einfach auf den Packungspreis schlägt.
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