Der kongolesische Präsident Joseph Kabila ist mit 58 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Weltweit hoffen Politiker nun auf besonnene Reaktionen - vor Monaten war es nach der Bekanntgabe von Wahlergebnissen zu Ausschreitungen gekommen.

Das Ergebnis gab die unabhängige Wahlkommission am Mittwochabend im kongolesischen Rundfunk bekannt. "Dies ist Euer Sieg. Ich ermahne alle, sich ruhig und diszipliniert zu verhalten", sagte Kabila anschließend in einer Fernsehansprache.

Anhänger Kabilas feiern in Kinshasa. (© Foto: Reuters)

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Vizepräsident Jean-Pierre Bemba kam auf 42 Prozent. Das Ergebnis der Stichwahl vom 29. Oktober muss noch vom Obersten Gericht bestätigt werden. Bemba hatte mehrere Beschwerden wegen des Vorwurfs des Wahlbetrugs eingelegt.

Ein Berater Bembas zweifelte Kabilas Wahlsieg an. Die Eile, mit der die Wahlkommission das vorläufige Ergebnis ausgerufen habe, obwohl noch Einsprüche anhängig seien, lasse ihre Unabhängigkeit zweifelhaft erscheinen, sagte der Sprecher. Internationale Beobachter hatten die Wahl aber als weitgehend frei und fair bezeichnet.

Nach der Verkündung der vorläufigen Ergebnisse der Präsidentschaftswahl im Kongo hat die UN-Mission MONUC die Bevölkerung zur Ruhe aufgerufen. Sprecher der MONUC und der EU-Mission EUFOR erklärten am Donnerstagmorgen, dass es in der Hauptstadt Kinshasa nach ihren Beobachtungen über Nacht ruhig geblieben sei. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass Jugendliche im Stadtviertel La Gombe Steine warfen, nach kurzer Zeit aber von der Polizei auseinander getrieben wurden.

Routinedienst für EU-Truppe

EU-Chefdiplomat Javier Solana, Weltbank-Präsident Paul Wolfowitz und der stellvertretende UN-Generalsekretär Jean-Marie Guéhenno appellierten an die Politiker im Kongo, das Ergebnis anzuerkennen. Die Amtseinführung des neuen Präsidenten ist für den 10. Dezember vorgesehen.

Die EU-Truppe unter deutscher Führung hatte keine besonderen Vorbereitungen für den Abend der Ergebnisbekanntgabe getroffen. "Wir machen ganz normalen Routinedienst", sagte EUFOR-Sprecher Peter Fuss. Dazu zählten auch Patrouillenfahrten in Kinshasa mit zwei bis drei Geländewagen und bis zu 15 Soldaten. Tagsüber waren mehrere französische und spanische EUFOR-Fahrzeuge in der Stadt zu sehen gewesen.

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