Vor der griechischen Küste Zweijähriger Flüchtlingsjunge stirbt im Mittelmeer

  • Ein zweijähriger Flüchtlingsjunge stürzt vor der griechischen Küste ins Wasser - und wird tot geborgen.
  • Die anderen Insassen des überfüllten Flüchtlingsbootes werden gerettet, unter ihnen auch die Mutter des Kindes.

Wieder stirbt ein Kind im Mittelmeer

Ein zweijähriger Junge ist das erste bekannte Todesopfer der Flüchtlingskrise in der Ägäis in diesem Jahr. Fischer hätten die Leiche des Kleinkindes vor der griechischen Insel Agathonisi aus dem Wasser gezogen, teilte die griechische Küstenwache am Samstag mit. Das überfüllte Boot, in dem der Junge unterwegs gewesen war, war demnach vor der Insel auf Felsen aufgelaufen.

Die übrigen knapp 40 Insassen, unter ihnen die Mutter des Zweijährigen, wurden in einer gemeinsamen Rettungsaktion der Küstenwache und der Hilfsorganisation Migrant Offshore Aid Station (MOAS) gerettet. Zur Nationalität des Jungen und der anderen Bootsflüchtlinge teilte die Küstenwache zunächst nichts mit. Nach Angaben der MOAS stammte der Junge aus Syrien.

Die Überlebenden wurden in die Hafenstadt Pythagorio auf der nahegelegenen Insel Samos gebracht. Zehn von ihnen wurden wegen Unterkühlung ins Krankenhaus eingeliefert.

Auch jetzt im Winter wagen Flüchtlinge die Überfahrt

Trotz der Kälte und heftiger Wellen versuchen weiterhin viele Flüchtlinge und Migranten, von der Türkei aus über die Ägäis in das EU-Mitglied Griechenland zu gelangen. Im vergangenen Jahr waren etwa eine Million Flüchtlinge nach Europa gelangt, mehr als 3600 Menschen starben bei dem Versuch.

Anfang September war der ertrunkene syrische Flüchtlingsjunge Aylan Kurdi zum Sinnbild für die Flüchtlingskrise geworden. Das Bild von der kleinen Leiche des Dreijährigen, die an der türkischen Küste angeschwemmt wurde, ging um die Welt.

Das Vermächtnis des Aylan Kurdi

Vor drei Monaten ertrank der Dreijährige. Das Foto des toten Jungen ging um die Welt. Hat es sie auch verändert? Von Sebastian Gierke mehr...