Union und SPD halten sich vor der Bundestagswahl 2009 jede Regierungsoption offen - auch die kleinen Parteien wollen sich nicht zu früh binden.
Die im Bundestag vertretenen Parteien wollen offenkundig ohne feste Koalitionsaussagen in den Wahlkampf 2009 ziehen. Zwar gibt es bei Union, SPD, FDP, Grünen und Linkspartei noch keine formalen Beschlüsse. In Parteikreisen hieß es aber übereinstimmend, es spreche vieles gegen eine strikte Festlegung. Wunschpartner sollen aber sehr wohl genannt werden.
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Dass SPD und CDU keine politischen Wunschpartner sind, ist bekannt - trotzdem wollen Frank-Walter Steinmeier und Angela Merkel ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf gehen. (© Foto: AP)
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Die Parteien zögen damit die Konsequenzen aus der Bundestagswahl 2005 und der Hessen-Wahl vergangenes Jahr. 2005 waren Union und FDP gemeinsam gegen SPD und Grüne angetreten, die Wahl brachte aber keinem der Blöcke die absolute Mehrheit. Vielmehr mussten Union und SPD am Ende eine große Koalition eingehen.
Diese zu bilden wurde durch die Koalitionsaussagen im Wahlkampf zusätzlich erschwert. Die Bürger in Hessen müssen sogar im Januar erneut wählen, weil mehrere SPD-Abgeordnete das Vorhaben der Landesvorsitzenden Andrea Ypsilanti nicht mittragen wollten, entgegen allen Wahlversprechen ein Bündnis mit der Linkspartei einzugehen.
"In einem Fünf-Parteien-System sind die Zeiten klarer Koalitionsaussagen vorbei", sagte ein Sprecher der Grünen. Zwar strebe seine Partei ein Bündnis mit der SPD oder aber eine Ampelkoalition mit Sozial- und Freidemokraten an, es mache aber keinen Sinn, sich alle anderen Optionen von vorneherein zu verbauen.
Ähnlich sieht das die SPD. Zwar spekuliert auch sie auf Rot-Grün oder eine Ampelkoalition. "Warum aber sollten wir uns durch eine Koalitionsaussage einengen - mal abgesehen vom Nein zur Linkspartei", sagte der stellvertretende Parteivorsitzende Peer Steinbrück.
Ähnlich zurückhaltend ist auch die Union. Zwar bekräftigte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla jüngst in einem Glückwunschschreiben zum 60-jährigen Bestehen der FDP, die Union strebe für die Zeit nach der Bundestagswahl 2009 ein schwarz-gelbes Bündnis an. Aus diesem Wunsch muss nach Angaben aus Parteikreisen aber nicht notgedrungen eine formelle Koalitionsaussage werden.
Gemeinsame Wahlkampfauftritte der Parteivorsitzenden von CDU, CSU und FDP, wie es sie 2005 gegeben hatte, sind sogar ausgesprochen unwahrscheinlich: Zum einen will CDU-Chefin Angela Merkel ihre hohen persönlichen Sympathiewerte als Kanzlerin dem Vernehmen nach zunächst dazu nutzen, Punkte für die Union zu sammeln. Darüber hinaus dürfte eine konservativ-liberale Koalition für den neuen CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer anders als für seinen Vorgänger Edmund Stoiber keineswegs die einzig erstrebenswerte Option sein.
FDP-Chef Guido Westerwelle schließlich will die Tür für ein mögliches Bündnis mit der SPD zumindest einen Spalt breit offen halten. Aus der FDP-Führung verlautete, es gebe mit der Union "bei allen Differenzen die meisten Schnittstellen". Deshalb soll es kurz vor der Wahl auch eine "deutliche Richtungsanzeige" geben.
Man werde aber auf keinen Fall mögliche Bündnisse so entschieden ausschließen, "dass man hinterher mit gefesselten Händen dasteht", hieß es. Die Linkspartei erklärte, sie werde "mit Inhalten und nicht mit irgendwelchen Konstellationsankündigungen" in den Wahlkampf gehen.
Nach jüngsten Umfragen wäre für die Zeit nach der Wahl sowohl eine schwarz-gelbe als auch eine Ampelkoalition denkbar. Möglicherweise werden CDU, CSU und SPD aber auch gemeinsam weiterregieren müssen. Um auch für diesen Fall gerüstet zu sein, sollen nach Angaben aus allen drei Parteien bei allem Streit im Wahlkampf keine unüberbrückbaren Gräben aufgerissen werden.
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(SZ vom 24.12.2008/liv)
New Yorker Bürgermeister will Soft-Drinks verbieten
Die SPD hat explizit eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei auf Bundesebene ausgeschlossen. Zuletzt gestern Münteering bei Beckmann.
Es gibt auch keine Anzeichen, dass die Agenda-Politiker in der SPD von dieser Meinung abweichen und die sind in der Partei die Mehrheit.
Würden die Union und die FDP von Journalisten mal auf den Zahn gefühlt, dann käme die gleiche Aussage zustande. Nur die Grünen sind für alle Optionen offen.
Es spielt ohnehin keine Rolle. CDU/CSU, FDP, SPD und Grüne stehen alle für die Umverteilung von unten nach oben, den Asozialismus, Entrechtung von Arbeitnehmern, Benachteiligung von Kleinunternehmern gegenüber Kapitalgesellschaften. Belastung der Bürger, Entlastung der Kapitalrenditeempfänger.
Welche Grauschattierungen von diesem Übel sich zusammenraufen spielt kaum eine Rolle. Korruption, Lobbyismus, menschenfeindliche Politik - das haben die alle gemein.
Da passt keine Koalitionsaussage gut ins Bild. Ist doch egal, Hauptsache am Drücker und die Kohle stimmt.
Die CDU hat ja nun schließlich mit ihrer Koalitionsaussage 2005 ziemlichen Schiffbruch erlitten. Möglicherweise haben einige Partei-Granden begriffen, dass eine schwarz/gelbe Koalition bei den Bürgern Misstrauen im Bezug auf neo liberale Ideologien auslösen wird. Und die vor uns liegenden Probleme wird man mit einer kleinen Koalition wohl nicht so einfach lösen können! Unglücklicher Weise kommt noch hinzu, dass die Wähler bestimmen werden, wie die Parteien - Landschaft nach der nächsten Bundestagswahl aussehen wird. Und was Profalla sagt in seiner vehementen Forderung nach schwarz/gelb: na ja, gut, inwieweit der ernst genommen wird, lässt sich schwer einschätzen! Zum Guten Schluss sollte man nicht vergessen: Wenn man sich nicht festlegt, braucht man auch keine wortreich gedrechselten Pressekonferenzen, um sich aus einer schwierigen Lage heraus zu manövrieren.
Nach den Lektionen aus der letzten Bundestagswahl und der Hessenwahl 2008 sind die Parteinen auch gut beraten, sich s ä m t l i c h e Optionen offen zu halten. Die SPD sollte endlich von ihrer törichten Rolle der beleidigten Leberwurscht gegenüber Lafontaine nehmen und die Linke auch bundesweit als potenziellen Partner ins Kalkül nehmen.