Verhältnis zum Assad-Regime Deutschland weist syrische Diplomaten aus

"Beziehungen zum Assad-Regime auf ein absolutes Minimum reduzieren": Außenminister Westerwelle schickt vier Mitarbeiter der syrischen Botschaft in Berlin nach Hause. Syrische Aktivisten vermelden einen militärischen Erfolg der Rebellen nahe Aleppo.

Deutschland hat vier Mitarbeiter der syrischen Botschaft in Berlin ausgewiesen. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte, damit setze Deutschland "ein klares Zeichen, dass wir die Beziehungen zum Assad-Regime auf ein absolutes Minimum reduzieren". Die vier Mitarbeiter haben bis Donnerstag Zeit, ihre Posten zu räumen.

Westerwelle sagte, er setze darauf, dass sich die "Nationale Koalition" syrischer Oppositionsgruppen weiter verfestige und so bald wie möglich "handlungsfähige Übergangsinstitutionen" für Syrien aufgebaut werden könnten. Frankreich und Großbritannien hatten die "Nationale Koalition" bereits im November offiziell als einzige legitime Vertretung des syrischen Volkes anerkannt.

In der Süddeutschen Zeitung hatte sich der Außenminister zuversichtlich gezeigt, dass die Macht des Assad-Regimes weiter erodiere. Ähnlich äußerte sich der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler.

Aufständische erbeuten schwere Geschütze

Der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge hatten Aufständische bereits am Sonntag Teile eines Militärstützpunktes im Norden des Landes erobert. Nach wochenlangen Kämpfen seien die Rebellen in die Basis Scheik Suleiman westlich von Aleppo eingerückt.

Auf Amateurvideos waren Kämpfer mit der schwarzen Flagge der Dschihadisten im Inneren des Stützpunkts zu sehen. Die Aufnahmen zeigten zudem Aufständische, die einen erbeuteten Panzer steuerten und schwere Luftabwehrgeschütze in ihre Gewalt brachten.