UN-Gipfel in New York Merkel verspricht mehr Geld für Entwicklungshilfe

Merkel beim UN-Gipfel in New York

(Foto: dpa)
  • Staats- und Regierungschefs haben beim UN-Nachhaltigkeitsgipfel die bis zum Jahr 2030 laufende globale Entwicklungsagenda angenommen.
  • Deutschland will dafür seine Entwicklungshilfezahlungen deutlich steigern.
  • Der Papst rief auf der Versammlung erneut zum Umweltschutz auf und warnte vor Alleingängen.
Von Nicolas Richter, Washington

Deutschland wird nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel seine Entwicklungshilfezahlungen künftig erheblich ausweiten. "Deutschland steht zur Verpflichtung, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe einzusetzen", sagte Merkel am Freitag in New York beim UN-Gipfel für nachhaltige Entwicklung. "Unser Etat für Entwicklungshilfe wird in den nächsten Jahren jeweils substanziell steigen." Deutschlands Beitrag liegt derzeit nur bei rund 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Merkel will Fluchtursachen bekämpfen

Ausdrücklich setzte sie ein stärkeres Engagement für Klimaschutz und den Kampf gegen Armut in einen Zusammenhang mit zunehmenden Flüchtlingsströmen. "Wir müssen den Ursachen von Flucht und Vertreibung entgegenwirken", sagte Merkel.

Zuvor hatte die UN-Vollversammlung am Freitag die sogenannte Agenda 2030 verabschiedet. Diese 17 Nachhaltigkeitsziele sollen dabei helfen, bis 2030 extreme Armut und Hunger auf der Welt zu besiegen. So soll allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser und einer kostenlosen Grundschulausbildung garantiert werden. Die Nachhaltigkeitsziele lösen die Millenniumsziele ab. Mit diesen Jahrtausendzielen hatten sich die Mitglieder der Weltgemeinschaft im Jahr 2000 verpflichtet, bis zum Ende dieses Jahres Hunger und Armut zu reduzieren. In vielen Punkten gelang das.

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Papst spricht sich erneut für Umweltschutz aus

Zuvor hatte Papst Franziskus die Staats- und Regierungschefs der Welt eindringlich ermahnt, sich für Frieden, Umweltschutz und Gerechtigkeit einzusetzen. In seiner Rede vor den Vereinten Nationen beklagte das Kirchenoberhaupt Tod und Zerstörung in der Ukraine, im Nahen Osten und in Afrika: "Diese Realitäten müssen ein ernster Aufruf zu einer Gewissenserforschung derer sein, die für die Lenkung der internationalen Angelegenheiten zuständig sind." Er warnte davor, das menschliche Leid aus den Augen zu verlieren: "In den Kriegen und Konflikten gibt es den einzelnen Menschen, unseren Bruder und unsere Schwester, Menschen, die zu Material werden, wenn man sich nur damit beschäftigt, Probleme und Strategien anzuführen - zu Material, das man wegwerfen kann."

Es fehlt nicht an herben Beispielen

Der Papst warnte vor Alleingängen: Es fehle nicht "an herben Beispielen für die negativen Folgen politischer und militärischer Interventionen, die unter den Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft nicht abgestimmt wurden". Als positiv hob er die Einigung im Atomkonflikt mit Iran hervor; sie sei ein "Beweis für die Möglichkeiten des politischen guten Willens und des Rechtes, wenn sie mit Aufrichtigkeit, Geduld und Ausdauer eingesetzt werden".

Wie schon zuvor in Washington verlangte der Papst mehr Umweltschutz: Die "ökologische Krise", warnte er, könne die "Spezies Mensch selbst in Gefahr bringen".