UN-Bericht Gazastreifen droht unbewohnbar zu werden

Life In Gaza Almost A Year After The 2014 Conflict With Israel GAZA CITY, GAZA - JUNE 10: Palestinian children travel on the donkey cart past destroyed buildings that continue to scar the landscape of Gaza on June 10, 2015, Gaza City, Gaza. The devastation across Gaza can still be seen nearly one year on from the 2014 conflict between Israel and Palestinian militants. United Nations official figures said that the 50 day war left at least 2,189 Palestinians dead, including more than 1,486 civilians, and 11,000 injured. 67 Israeli soldiers and six civilians were killed. Money pledged by the international community six months ago to rebuild Gaza has not materialised leaving many Palestinians impoverished and still suffering. (Photo by Christopher Furlong/Getty Images)

(Foto: Getty Images)
  • Einem UN-Bericht zufolge könnte der Gazastreifen bis 2020 unbewohnbar werden.
  • Die Arbeitslosenrate liegt bei 44 Prozent. 868 000 Menschen sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind.

Bevölkerung verarmt zunehmend

Der von Israel mit Krieg und Blockade überzogene Gazastreifen droht nach Einschätzung einer UN-Organisation bis 2020 "unbewohnbar" zu werden. In ihrem am Dienstag in Genf veröffentlichten Jahresbericht schreibt die Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (Unctad), die drei israelischen Militäroffensiven seit dem Jahreswechsel 2008/2009 hätten in dem Palästinensergebiet wirtschaftliche Verluste in fast dreifacher Höhe des Wirtschaftsvolumen im Gazastreifen verursacht.

Ruinen des Krieges

"Die Hölle ist aufgestoßen worden": Ein Jahr nach Kriegsbeginn in Gaza zeigt sich das ganze Ausmaß der Zerstörung. mehr ... Vorher-Nachher-Bilder

Die 2006 von Israel verhängte Blockade habe die "bereits geschwächte Infrastruktur des Gazastreifens verwüstet, keine Zeit für vernünftigen Wiederaufbau oder wirtschaftliche Erholung gelassen" und zur weiteren Verarmung der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen beigetragen. Die derzeitige Lage dort hinsichtlich der wirtschaftlichen Sicherheit und der Lebensbedingungen ist Unctad zufolge die schlechteste seit 1967, als Israel das Gebiet im Sechs-Tage-Krieg von Ägypten eroberte.

Arbeitslosenrate bei 44 Prozent

Ohne Beendigung der israelischen Blockade werde auch die Unterstützung internationaler Geber die Situation im Gazastreifen nicht umkehren können, heißt es in dem Bericht. Selbst vor dem israelischen Militärangriff 2014, der eine weitere Zerstörung der Infrastruktur des Gazastreifens zur Folge hatte, wurde der dortige Strombedarf demnach nicht einmal zu zwei Fünfteln gedeckt.

Die Arbeitslosenrate stieg im vergangenen Jahr auf die bisherige Höchstmarke von 44 Prozent, bei jungen Frauen lag sie sogar bei mehr als 80 Prozent. 72 Prozent aller Haushalte in Gaza haben mit Nahrungsmittelunsicherheit zu kämpfen. Die Zahl der vollständig auf UN-Nahrungsmittelhilfen angewiesenen palästinensischen Flüchtlinge stieg dem Bericht zufolge von 72 000 im Jahr 2000 explosionsartig auf 868 000 im Mai.