SZ-Gespräch mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden Graumann fordert Abbruch der Iran-Beziehungen

"Terrorfiliale des iranischen Regimes": Dieter Graumann verurteilt die Gewalttaten der Hamas und fordert die Bundesregierung auf, die diplomatischen Beziehungen zu Iran abzubrechen. Im SZ-Interview verteidigt der Präsident des Zentralrats der Juden das Vorgehen der israelischen Armee im Nahostkonflikt.

Dieter Graumann, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat angesichts der Auseinandersetzung zwischen Israel und radikalen Palästinensern die Bundesrepublik aufgefordert, die diplomatischen Beziehungen zu Iran abzubrechen.

"Die Hamas ist eine Terrorfiliale des iranischen Regimes", sagte er der Süddeutschen Zeitung (Dienstagsausgabe). "Kanada hat die diplomatischen Beziehungen zu Teheran abgebrochen. Wie schön wäre es, wenn Deutschland dem folgen würde!"

Außerdem verteidigte Graumann das Vorgehen der israelischen Armee. Er wünsche für alle Menschen in der Region, "dass der Albtraum bald zu Ende geht"; allerdings handle es sich für Israel "auch um einen Überlebenskampf".

Nicht die Kriegsführung, sondern "vor allem die Moral in dieser Auseinandersetzung" sei asymmetrisch. Die Hamas missbrauche "zynisch Kinder, Frauen, Zivilisten als Schutzschilde" und versuche, "die Zahl der Opfer zu maximieren".

Diese Sichtweise sei jedoch in Deutschland schwer zu vermitteln, es gebe das Vorurteil, dass überlegene Israelis schwache Palästinenser zu Opfern machten. Bei mancher Kritik spiele auch die Geschichte eine Rolle: "Die deutschen Verbrechen wiegen in mancher, verschrobener Wahrnehmung nicht so schwer, wenn die Juden auch 'Verbrechen' begehen."

Das vollständige Interview mit Dieter Graumann lesen Sie in der Dienstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung.