Syrien Krankenhaus in Syrien bei Luftangriffen zerstört

Ärzte ohne Grenzen spricht von einem gezielten Angriff, Zehntausende sind von medizinischer Versorgung abgeschnitten. Ein Verdacht fällt auf Russland.

Bei einem Luftangriff im Nordwesten Syriens ist ein von Ärzte ohne Grenzen (MSF) unterstütztes Krankenhaus nach Angaben der Hilfsorganisation zerstört worden. Die Einrichtung nahe Maarat al-Numan in der Provinz Idlib sei am Morgen bei Bombardements getroffen worden, teilte MSF mit. Vier Raketen hätten das Krankenhaus getroffen, acht Mitarbeiter würden vermisst.

MSF-Syrien-Chef Massimiliano Rebaudengo verurteilte die Attacke als "gezielten Angriff" auf eine medizinische Einrichtung. Durch die Zerstörung des Krankenhauses seien etwa 40 000 Bewohner der Region von medizinischer Versorgung abgeschnitten, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. MSF unterstützt in Syrien mehr als 150 Krankenhäuser. Seit Jahresbeginn wurden fünf davon bei Angriffen beschädigt.

Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von mindestens neun Toten. Sie geht davon aus, dass die Luftschläge von russischen Kampfjets ausgeführt wurden. Die Zahl der Toten könne steigen, da noch Opfer unter den Trümmern vermutet würden. Von russischer Seite gab es zu dem Vorfall zunächst keine Angaben.