Panzer gegen die Protestbewegung: Syriens Präsident Baschar al-Assad startet einen brutalen Angriff auf Hama - viele Menschen sterben. Den Aufruhr im Land bekommt er so nicht in den Griff. Aber fatalerweise hat Assad vom Westen außer ein paar Worten nichts zu befürchten.
Baschar al-Assad hatte keinen Frieden mit Hama gemacht, natürlich nicht. Syriens viertgrößte Stadt, die der Vater des jetzigen Präsidenten 1982 fast der Erdboden gleichmachen ließ, um einen Islamisten-Aufstand zu zerschlagen, hat einen Monat lang eine geborgte Freiheit genießen können.
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Ein Bild, das am Sonntag in der syrischen Stadt Hama entstanden sein soll: Die Aufnahme ist einem Youtube-Video entnommen. Bildjournalisten lässt Syriens Regierung derzeit nicht arbeiten. (© AFP)
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Am Sonntag, einen Tag vor Beginn des Ramadan, dem Monat der Milde, ließ der syrische Präsident angreifen. Wieder hat Baschar al-Assad ein Reformversprechen von Panzern niederwalzen lassen. Gerade noch wollte er das Monopol der Baath-Partei brechen; auch daraus wird nichts werden.
Assad sendet eine grausame Botschaft aus zum Ramadan, und sie ist besonders grausam in Hama, der gezeichneten Stadt. Aber wird sie wirken? Wird der Aufstand während des vierwöchigen Opfergangs implodieren? Eher nicht. Jeder Akt der Repression hat in Syrien stets nur mehr Menschen auf die Straße getrieben. Städte solidarisieren sich mit Städten, die Provinz ist in Aufruhr. Ein Aufstand ohne Kopf aber kann nicht enthauptet werden.
Amerika, Deutschland, Großbritannien verurteilen die Gewalt in Hama, aber viel Schlimmeres hat Assad vom Westen nicht zu fürchten. Die jüngsten Ereignisse in Libyen dürften dem Westen jede Lust für ein stärkeres Engagement genommen haben. Dort fallen in der Rebellenhochburg Bengasi die Kämpfer neuerdings übereinander her, was die Chancen auf einen baldigen Triumph über Gaddafi, den Gewaltmenschen in Tripolis, eher sinken lässt.
Dies alles kann man bedauern, verfluchen, beweinen. Nur eines sollte der Westen jetzt nicht tun: Sich aus Frustration über den in Zeitlupe explodierenden arabischen Sommer abzuwenden.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 01.08.2011/aum)
Die Ärzte in München
@Willem Fart
Mit Sicherheit sind bei der Aufklärung in Kundus vor dem Luftschlag grobe Fehler passiert, aber den Befehl eines deutschen Oberst der einen Luftschlag auf vermeintliche Taliban ordert (und dem bedauerlichem Ergebnis daraus) mit dem gegenwärtigen Massaker in Syrien zu vergleichen finde ich unverschämt. Dort lässt Assad seine Truppen und Panzer Auge zu Auge die Bevölkerung abschlachten. Ich finde Totenzahlen kann man nicht einfach in Bezug setzen, denn die Intension des Täters spielt eine große Rolle, es macht meines Erachtens einen großen Unterschied, ob eine Bombe auf einen vermeintlichen Taliban geworfen wird oder ob Scharfschützen einem Unbewaffneten den Kopf wegblasen. D.h. natürlich nicht das Nato Kommandeure weniger Verantwortung haben, weil sie weniger sehen was sie tun, im Gegenteil. Bzgl. Heuchelei, soweit ich weiß hat Deutschland in letzter Zeit keine Massaker befohlen.
Wie wurde eigentlich der Obrist Klein, der für das Massaker an ebenfalls 140 Zivilisten (Benzindiebe) in Kundus (Afghanistan) verantwortlich war, von der bundesdeutschen Justiz verurteilt? Weil es ja in Deutschland diesen "demokratischen Rechtsstaat" gibt, der die Verurteilung ganz Syriens für ein ähnliches Vorkommnis fordert.
Da sich sich hier so über die Ereignisse in Syrien so echauffiert wird, darf man mal auch die gewaltige Heuchelei der Staaten mit den westlichen Werten hinweisen. Heuchelei ist d e r westliche Wert schlechthin.