Suche nach Atomlager McAllister will Gorleben-Erkundung 2013 stoppen

Niedersachsens Ministerpräsident McAllister will den Weg für eine bundesweite Suche nach einem neuen Atommüllendlager ebnen. Atomgegner bereiten sich derweil auf den nächsten Castor-Transport vor.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) geht in der Causa Atomendlager in die Offensive. Ein Kompromissvorschlag soll den Weg für eine bundesweite Suche nach möglichen Alternativen zum Salzstock Gorleben ebnen. "Wir schlagen für Gorleben vor, noch die vorläufige Sicherheitsanalyse für den Salzstock abzuschließen und dann - im Jahr 2013 - die Erkundung zu stoppen", sagte McAllister der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Seit 2010 im Amt: Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU)

(Foto: dapd)

Diesen Vorschlag werde Umwelt-Staatssekretär Stefan Birkner (FDP) auf der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin unterbreiten. McAllister wies darauf hin, dass Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) bis 2012 einen Gesetzentwurf für ein Endlagersuchgesetz vorlegen wolle, das die Erkundung geeigneter Lagerstätten auch in anderen Bundesländern möglich mache.

"Die Frage ist doch dabei, wie gehen wir mit den bisherigen Erkenntnissen aus Gorleben um? Da machen wir jetzt einen Kompromissvorschlag zwischen denen, die sofort die Erkundung stoppen wollen und denjenigen, die noch wesentlich länger als 2013 erkunden wollen", sagte McAllister. Gorleben sei damit noch nicht völlig aus dem Spiel. "Aber es gibt keine Vorfestlegungen - weder auf ein Medium, in dem der Atommüll gelagert werden soll, noch auf einen Standort."

Atomgegner informieren über Castor-Aktion

Atomkraftgegner machen derweil mobil gegen den geplanten Transport von Castor-Behältern aus Jülich nach Ahaus. Die Einzelheiten zu den Protestaktionen wollen verschiedene Bündnisse an diesem Donnerstag gemeinsam in Düsseldorf vorstellen. Der Atommüll besteht aus 300.000 Brennelementekugeln, die wegen ihrer Strahlung sehr gefährlich sind.

Das Material lagert bisher in 152 Castor-Behältern auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich. Die Genehmigung dafür läuft im Juni 2013 aus. Der Bund als Mehrheitsgesellschafter der Anlage will den Müll - gegen den Willen des Landes Nordrhein-Westfalen - ins Zwischenlager Ahaus bringen. Bei der Pressekonferenz in Düsseldorf soll es neben dem Jülicher Atommüll unter anderem auch um den Widerstand gegen die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau gehen.