Wasserwerfer, Schlagstöcke und Pfefferspray gegen die Baumschützer - im Schlossgarten eskalieren die Proteste Tausender gegen Stuttgart 21. Die Gegner des Bahnhofs-Neubaus liefern sich mit der Polizei "eine Art Stellungskrieg".
Die Nachricht verbreitete sich unter den Parkschützern und anderen Aktivisten des Aktionsbündnisses am Vormittag sehr schnell: Ganze Hundertschaften von Polizisten seien im Anmarsch auf den Schlossgarten, Lastwagen transportierten Absperrgitter herbei. Auf den einschlägigen Webseiten werden die Gegner des Stuttgarter Banhof-Großprojekts aufgerufen, massenhaft zum Mittleren Schlossgarten zu kommen, um der mit Bangen erwarteten Abholzung der alten Bäume Einhalt zu gebieten.
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Bis in den frühen Nachmittag hinein ist die Lage noch relativ entspannt, Trillerpfeifen und Vuvuzelas bilden die übliche Geräuschkulisse bei den Protesten gegen Stuttgart 21, Demonstranten plaudern hier und dort geradezu freundlich mit den jungen Polizisten - "Woher kommen Sie? Aha, aus Bayern" -, die verschiedene Parkareale absperren. Der Tag X ist gekommen.
Immer mehr Menschen strömen in den Schlosspark neben dem Bahnhof, einige Tausende haben sich versammelt, versperren Zugangswege, Schüler besetzen einen Polizei-LKW voller Absperrgitter. Sie werden mit Pfefferspray von den Einsatzkräften in schwarzer Montur vertrieben, was sofort große Empörung bei den Umstehenden auslöst. "Jetzt gehen die auf Kinder los, das ist ja unfassbar", empört sich ein älteres Ehepaar lautstark.
Solche Informationen verbreiten sich in Windeseile per Internet und Handy, immer mehr Demonstranten strömen heran und versuchen, die Wege für die Lastwagen und Baufahrzeuge zu blockieren. Wie aus dem Nichts rollen grüne Wasserwerferfahrzeuge zwischen dem tiefhängenden Laub der alten Platanen heran, bewegen sich nur zentimeterweise vorwärts, weil immer neue Demonstranten die Sitzblockaden der von Wasserstrahl und Pfefferspray Vertriebenen fortsetzen. Wasserwerfer gegen Demonstranten - das gab es bei Krawallen in Berlin oder Hannover, bei Anti-Atom-Demos von Brokdorf bis Wyhl, aber noch nicht in Stuttgart.
Unter den Demonstranten ist auch die frühere Verdi-Landeschefin Sybille Stamm. Sie habe neben einer Gruppe Menschen gestanden, die sich an einen Zaun gekettet hatten, die seien ohne Vorankündigung von Polizisten zu Boden geworfen, getreten und mit Tränengas besprüht worden. "Das habe ich seit '68 nicht erlebt", sagt sie.
In den nicht abgesperrten Teilen des Schlossparks richten die Parkschützer so etwas wie ein Notlazarett ein, wiederum auf elektronischem Wege werden Wasserflaschen und Decken angefordert. Viele Menschen hätten Augenreizungen oder leichte Verletzungen erlitten, heißt es bei den Parkschützern. "Eine Art Stellungskrieg", nennt einer ihrer Sprecher die tumultartigen Szenen im Schlosspark.
Das Schicksal der Bäume
Die Stuttgart-21-Gegner hatten bereits damit gerechnet, dass die Baumfällarbeiten schon bald beginnen würden und für Donnerstag um 15 Uhr zur Protestkundgebung in den Schlossgarten aufgerufen. Die Polizei war diesmal früher dran, und der Stuttgarter Polizeipräsident Siegfried Stumpf bestätigte, dass die Motorsägen noch in der Nacht zum Freitag angesetzt werden sollten.
Bis Samstag sollen die Fällarbeiten dauern, die erst vom 1. Oktober an, dem Beginn der Vegetationsruhe, möglich sind. Für den Anfang sind es 25 von insgesamt 289 Bäumen, die für die Einrichtung der Großbaustelle fallen müssen.
Das Gelände wird vermutlich bis mindestens Samstagabend von einem großen Polizeiaufgebot gesichert werden. Das Schicksal der Bäume ist bei den Stuttgart-21-Gegnern emotional besonders stark besetzt, nicht zuletzt nach dem Anfang August im Schlosspark inszenierten "Stuttgarter Gelöbnis" tausender Demonstranten, in dem es unter anderem heißt: "Wir geloben den Park zu schützen, jeden Baum."
Am Abend dann rücken Spezialkräfte der Stuttgarter Polizei an, einen blauen Kran mit Hebebühne im Geleit. Sie beginnen, neun Aktivisten von den Bäumen zu holen, in denen seit vielen Wochen Parkschützer auf zurechtgezimmerten Plattformen hausen. Außerdem versuchen Beamte vier Aktivisten, die sich um einen Baum herum angekettet hatten, loszueisen. Währenddessen protestieren immer noch Tausende im Schlossgarten, und ein Sprecher der Parkschützer erwartet für den späten Abend und die Nacht weiteren Zulauf von Demonstranten: "Das wird heute richtig voll."
Für den Freitagabend hat das Aktionsbündnis erneut zur Großdemonstration aufgerufen, diesmal unter dem Motto: "Unser Protest wird schärfer." Die Gegner des sieben Milliarden teuren Großprojekts sollen diesmal "scharfe Kleidung" tragen und "scharfes Essen" mitbringen.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 01.10.2010/jab)
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noch schlimmer finde ich es, dass Eltern ihre Kinder auf eine solche Veranstaltung lassen. Es war doch von vornherein klar, dass es, wenn es den Bäumen an den Kragen geht, Randale gibt. Wer was anderes geglaubt hat ist entweder dumm oder naiv.
Stuttgart21 ist mit Sicherheit ein streitbares Projekt, die Argumente der Gegner sind durchaus nachzuvollziehen. Aber mittlerweile hat sich der Protest zu einem Event gewandelt. Endlich was los in Stuttgart, und dagegen sein ist sowieso chic. Der ganze Protest steht in keinem Verhältniss mehr zu der Sache, gegen die protestiert wird. Es handelt sich immer noch um einen Bahnhof.
In den vergangenen Wochen hat die Bundesregierung z.B. den Atomausstieg rückgängig gemacht. Wo waren die Stuttgarter, um dagegen zu protestieren? Das ist doch ein viel wichtigeres Thema!
Bei den Protesten könnte man meinen, die wollen in der Stuttgarter Innenstadt ein neues Atommüllendlager errichten.
Langsam nur noch albern. Als ich die Stimmen der Protestanten heute im Radio gehört habe, musst ich ja schon lachen.
Anscheinend war der Führer der polizeilichen Maßnahme gegen die Schüler der brutalste Cop dieses Vorfalls. Er sieht zwischen seinen Gewaltexzessen auch nicht besonders unter Stress aus. Er schlägt mehrfach um sich, auch mit Knüppel besprüht Menschen aus nächster Nähe mit seiner Chemiewaffe. Er hat wohl seinen Spass gehabt...
Zwischenzeitlich bedroht er einen Kameramann...
Seine besondere Verdrahtung am Ohr, sein anweisendes Verhalten lässt dann auch noch die Vermutung nach aussgerechnet dieses Subjekt hätte den Einsatz geleitet. Auch spricht genau dieser brutale Cop zwischenzeitlich durch sein Funkgerät. Man sollte darüber nachdenken wie bei der Polizei wohl Führungskräfte ausgesucht werden.
http://www.youtube.com/watch?v=7I1ZeNbPQrs
http://www.youtube.com/watch?v=KJTG0KWAPsA
http://www.youtube.com/watch?v=5fPbRDfKggQ
Ihttp://www.youtube.com/watch?v=G9p1G-3_mtI&feature=player_embedded#!
Und zwischendurch sieht man das sadistische Grinsen eines Kollegen bevor er sich ertappt fühlt und die Kamera mit der Hand verdeckt.
Wer jetzt noch Glaubt das cdu und fdp dem Volke verplichtet ist und Ihrem eideschwur glaubt gehört nach Nord-Korea.
cdu = minus c ( Christlich) minus d ( Demokatische ) nur noch u ( Union )
fdp = minus f ( Freiheitliche ) minus d ( Demokratische ) nur noch p ( Partei )
Zitat aus dem Stern von 30.09 2010 :
"Einige Parkschützer darunter auch eine Cousine Merkels, wollen um jeden Preis die Fällung ..............."!
Diese Kanzlerin hat noch nicht mal die Unterstützung Ihrer eigenen Familie so Siehts aus.
ps.: Frau a.merkel hat selbst keuine eigenen Kinder, und von Herr westerwelle ist das erst recht nicht zu erwarten. = Keine Kinder = keine persönliche verantwortung und auch kein Breitag zum "Generationen-vertrag "nach dem Motto nach mir die Sindflut"
Diese Bundesregierung mag Kinder nicht. Das zeigt sich an der HartzIV- "Verbesserung", es findet seinen Ausdruck in G8 und in der immer noch nicht realisierten Chancengleichheit für alle Kinder.
Und nun lässt genau diese Regierung zu, dass unsre Kinder mit Reizgas und von Wasserwerfern verletzt, dass sie mit Stöcken geprügelt werden, diese mutigen, aufrechten Kinder, auf die wir eigentlich nur stolz sein können.
Jagt sie zum Teufel, diese Regierung und ihre Obermatadorin mit der FDJ-Vergangenheit zu allererst! Sie war eine Handlangerin der Mächtigen und ist es erneut.
"Mein Auto fährt auch ohne Wald."
"Strom kommt aus der Steckdose, wa?"
"Ihr wollt wohl zurück in die Steinzeit?"
Fortschrittsfeinde, Modernitätshasser...
..dieses ganze Ingenieursgegeifer (sog. neutrale Fachleute, hehe) hat man doch schon mal gehört.
Fortschritt äußert sich demnach grundsätzlich nur in sündteuren steuerfinanzierten Großprojekten:
AKWs, Superschnellstrecken (Mehdorn wollte aus der Bahn einen Lufthansa-Ersatz machen, Grube macht da weiter), Monsterbahnhöfen&zwar unteridisch wg. 10x so teuer, möglichst viele Riesenbrücken in die Restnatur wie Dresden - Loreley - wg. überholten Verkehrsbedarfszahlen bzw. damit die Investoren kommen (Provinzpolitikers Stossgebet), in gottverlassene ländliche Gebiete... träumt weiter.
Keinen müden Euro wert sind dagegen
- Regenerative Energien (hach, diese schrecklichen Rotorgeräusche, und wie das aussieht allzoh nee, ist alles nur Staatskneteabzocke, des wird nie was, danke Ing. i. R.)
- Ausbau/Renovierung/Wiederherstellung aller anderen Bahnstrecken, d.h.
- Nahverkehr in der Fläche - kein Geld mehr für da (kicher)
- Kindergärten, Schulen, Ausbildung - wer brauchtn sowatz (gröhl)
- Sprachkurse für Ausländers - wozu, undankbares Pack (ich kann nicht mehr)
Das Stichwort lautet "Pharaonengrab komma steuerfinanziert".
Und Demokratie bedeutet: ihr wählt uns, und dann lasst ihr uns mal machen.
Und zwar, was WIR wollen. Ändern/Streichen giltet nicht wg. Axt ans Grundgesetz und so.
Ihr denkt heute anders drüber? Dann mal schnell "Tatsachen schaffen".
Und jetzt 1 Runde Chiliextrakt ins Auge für alle. Wg. konservatives Profil schärften.
Was fehlt noch?
Gorleben enteignen.
Wackersdorf machen wir auch wieder auf.
Jetzt noch Kohl klonen (oder leiber gleich FJS) und dann sind die letzten 20 Jahre rückabgewickelt.
Ach so:
"Wer demonstrieren geht, der ist selber schuld, Flintenweiber nehmen ihre unschuldigen Kinder mit, um den Staat arglistigst vorzuführen.."
(ähnlich der selige Lettow-Vorbeck und seine Freikorpsfreunde, siehe Theweleit "Männerphantasien")
Oy.
Paging