Studie "Patrioten" wollen AfD wählen

Göttinger Forscher haben Pegida-Anhänger befragt. Von ihnen geben 80 Prozent an, für die Rechtspopulisten zu stimmen.

80 Prozent der Pegida-Anhänger würden heute die AfD wählen, die etablierten Parteien kämen hingegen nur auf Zustimmungswerte im Promillebereich. Fast 20 Prozent der Teilnehmer der wöchentlichen Protestmärsche würden allerdings gar keine Partei wählen. Bisher sei in keinem anderen Protestlager ein solch großes Segment an Wahlabstinenzlern identifiziert worden. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Göttinger Instituts für Demokratieforschung, die am Sonntag vorgestellt wurde.

Die Forscher um den Politologen Franz Walter hatten nach eigenen Angaben im November Print-Fragebögen mit frankierten Rückumschlägen auf einer Demonstration verteilt. Von 1800 Bögen erhielten sie 610 zurück. Die Studie sei also nicht im strengen Sinne repräsentativ, sondern Baustein eines Forschungsprojektes, schreibt das Team in einem Blogeintrag auf der Homepage des Instituts.

Etwa die Hälfte der Pegida-Demonstranten ist demnach älter als 56 Jahre, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. Damit sei Pegida eine im Vergleich etwa zu "Stuttgart 21" oder "Stopp-TTIP" soziodemografisch gesehen deutlich ältere Protestbewegung, betonen die Forscher. Rund ein Viertel hat demnach einen Universitäts- oder Hochschulabschluss, ein Drittel einen Berufsschulabschluss. Die Mehrheit ist zudem berufstätig (52 Prozent) oder in Rente (34 Prozent). Von den sozial ausgegrenzten Schichten finde sich, so die Forscher, "kaum eine Spur": 45 Prozent der Befragten schätzen ihre individuelle Lage als gut bis sehr gut ein, nur etwa zwölf Prozent als schlecht bis sehr schlecht.

Grundsätzlich äußern viele Befragte eine gewisse Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen - ausgenommen denjenigen aus islamischen Regionen. 94 Prozent der Pegida-Demonstranten plädieren angesichts der Flüchtlingsdebatte für autoritäre Krisenlösungen und 82 Prozent fordern die "Befestigung und Verteidigung" der deutschen Nationalgrenzen. Womöglich ganz im Sinne der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry.