Strafverfahren gegen Nazi-Verbrecher eingestellt Gericht bestätigt Tod von KZ-Arzt Aribert Heim

Das Landgericht Baden-Baden hat den lang gesuchten KZ-Arzt Aribert Heim für tot erklärt. Die Untersuchung einer Urkunde habe ergeben, dass Heim 1992 in Ägypten gestorben sei. Das Gericht stellte das Strafverfahren gegen ihn daraufhin ein.

Das Strafverfahren wegen mehrfachen Mordes gegen den lange gesuchten KZ-Arzt Aribert Heim ist "wegen des Todes des Angeschuldigten" eingestellt. Nach Angaben des Landgerichts Baden-Baden gehen die Ermittler davon aus, dass einer der meistgesuchten NS-Verbrecher unter falschem Namen 1992 in der ägyptischen Hauptstadt Kairo an Krebs gestorben ist. Dies ergaben Untersuchungen des Landeskriminalamtes und Zeugenbefragungen.

Strafverfahren wegen "Tod des Angeschuldigten" eingestellt: Der lange gesuchte KZ-Arzt Aribert Heim verstarb bereits 1992.

(Foto: dpa)

Als Arzt im österreichischen Konzentrationslager Mauthausen soll Heim zahlreiche Häftlinge durch Spritzen oder nicht notwendige Operationen grausam getötet haben. Er soll beispielsweise gesunden Häftlingen bei vollem Bewusstsein Organe entnommen haben.

Nach dem Krieg arbeitete Heim als Frauenarzt in Bad Nauheim und Baden-Baden weiter. Im Jahr 1962 tauchte er unter und soll bis zum 10. August 1992 in Ägypten unter dem Namen Tarek Hussein Farid gelebt haben. Zielfahnder des Landeskriminalamtes hatten über Jahre in Ägypten versucht, den genauen Aufenthaltsort Heims zu ermitteln. Meldungen über seinen Tod hatten Fahnder stets infrage gestellt.

Im Frühjahr 2012 habe schließlich der Verteidiger Heims neben weiteren Unterlagen eine Konvertierungsurkunde vorgelegt, heißt es in der Erklärung des Gerichts. Untersuchungen des Landeskriminalamts hätten die Echtheit dieser Urkunde bestätigt. Nach Aussagen des Sohnes in einer Befragung der Schwurgerichtskammer bestünden keine Zweifel, dass der Angeschuldigte mit der Person Tarek Hussein Farid identisch und 1992 an einem Krebsleiden verstorben sei.