Social-Media-Offensive Achtung, CIA quatscht mit!

Die CIA ist so geheimnisvoll, dass von Agenturbildern nur das berühmte Symbolfoto des Foyers im Hauptquartier in Langley zu gebrauchen ist.

(Foto: dpa)

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA ist nun auf Twitter und Facebook, und kann dabei sogar witzig sein. Ein netter Versuch, aber ganz so blöd sind wir Internet-Menschen auch nicht.

Von Johannes Kuhn, San Francisco

Die Organisation, die uns die Iran-Contra-Affäre, Geheimgefängnisse in Europa und den Militärputsch in Chile brachte, ist nun auf Twitter. Und: Sie kann auch selbstironisch sein.

Nun ist es nicht so, dass die CIA eine Geheimorganisation wäre. Wie jede Bundesbehörde hat sie eine Pressestelle, die aber nicht viel mehr sagt als "wir können das weder bestätigen, noch dementieren." Nun nutzt sie eben soziale Medien, inklusive Facebook. Innerhalb weniger Stunden erhielt die Botschaft 180 000 Retweets und der Account mehr als 280 000 Follower. Auch der Nationale Sicherheitsrat von US-Präsident Obama und das Außenministerium schickten Grüße.

"Wir haben wichtige Einblicke, die wir teilen wollen, und wir wollen sichern, dass von der Geheimhaltung ausgenommene Informationen über die Agency der amerikanischen Öffentlichkeit zur Verfügung steht", erklärte CIA-Direktor John Brennan.

Seien wir ehrlich: Das ist ein Witz. Um Ted Gup, Autor von "The Book of Honor: The Secret Lives and Deaths of CIA Operatives" zu zitieren: "Die CIA beruft sich auf Geheimhaltung, um ihre Interessen zu bedienen, aber verzichtet auf sie, um ihr Image aufzupolieren und die Kritiker zu diskreditieren."

Und wie war das nochmal mit dem Drohnen-Programm? Achja, "weder zu bestätigen, noch zu dementieren."

Nun also sucht die CIA, deren Budget nur durch ein Snowden-Leak bekannt wurde (Spoiler: es ist ziemlich groß), angeblich die Öffentlichkeit. Jene CIA, der im vergangenen Jahr eine Richterin auf 163 Seiten erklären musste, dass sie sich mit unlauteren Methoden vor der Freigabe von Dokumenten für die Öffentlichkeit drückt. Die Auslegung der Regeln, so heißt es darin, "kommen gefährlich nahe, 'jegliche Information über alles was die CIA tut' von der Offenlegung auszunehmen."

Und auch Amnesty International (AI) hat zur PR-Strategie des Geheimdienstes etwas zu sagen: "Der erste Tweet der CIA wäre witzig, wenn da nicht ihre Folter und Hinrichtungen ohne Gerichtprozess wären", erklärte Zeke Johnson von AI.

Nein, liebe CIA, so einfach geht das nicht mit den sozialen Medien. Ein Twitter-Handle und ein kleiner Witz ersetzen noch keine Verantwortung und Transparenz. Deshalb:

Welt an Langley: Sie sind geblockt!

(Foto: Screenshot)

Linktipps: