Saudi-Arabien Saudi-Arabien verteidigt Massenhinrichtungen

  • Saudi-Arabien hält die Hinrichtung von 47 Menschen am vergangenen Samstag für gerechtfertigt.
  • Die Angeklagten hätten faire und gerechte Verfahren gehabt, hieß es in einer Erklärung der saudiarabischen Vertretung vor der UN.
  • UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte die Hinrichtungen verurteilt.

Saudi-Arabien hat die umstrittenen Massenhinrichtung von 47 Menschen wegen Terrorismus-Vorwürfen verteidigt. "Alle verurteilten Personen hatten einen fairen Prozess", erklärte am Montag die Vertretung des Königreiches bei den Vereinten Nationen.

Die gefällten Urteile gründeten sich allein auf die Gesetze und "das kriminelle und illegale Handeln" der Betroffenen, hieß es weiter. Das Königreich bedauere zutiefst, dass UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sich besorgt über die Vorwürfe gegen die Delinquenten und die Prozesse geäußert habe.

Das sunnitisch geführte Saudi-Arabien hatte am Samstag 47 Menschen hinrichten lassen, unter anderem auch den bekannten schiitischen Geistlichen Scheich Nimr Baker al-Nimr. Die Exekutionen hatten in der Golf-Region massive Proteste ausgelöst - vor allem im schiitisch geprägten Iran: Demonstranten griffen unter anderem in Teheran die saudiarabische Botschaft an.

Abbruch diplomatischer Beziehungen

Am vergangenen Sonntag verkündete die Regierung in Riad den Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Saudi-Arabien stoppte am Montag zudem den Luftverkehr in den Iran. Auch Bahrain hatte alle iranischen Diplomaten aufgefordert, das Land binnen 48 Stunden zu verlassen - und damit die diplomatischen Beziehungen zu Teheran abgebrochen.

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Der schiitisch geprägte Iran und das sunnitische Saudi-Arabien ringen seit Jahren um die Vormachtstellung am Golf. Die gegensätzlichen Interessen zeigen sich derzeit vor allem in den Konflikten in Syrien und im Jemen: Im Gegensatz zu Riad unterstützt Teheran in Syrien Machthaber Baschar al-Assad und im Jemen die schiitischen Huthi-Rebellen, die wiederum von einer von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition bekämpft werden.

Wegen der verschärften Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran wird befürchtet, dass die jüngsten Friedensbemühungen für Syrien und den Jemen zum Erliegen kommen. Dazu sagte der saudiarabische UN-Botschafter Abdallah al-Muallimi vor Journalisten in New York: "Von unserer Seite aus soll es keine Auswirkungen geben. Wir werden weiter sehr hart arbeiten, um die Friedensbemühungen für Syrien und den Jemen zu unterstützen."

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