Rücktritt von Secret-Service-Chefin Und wieder versagt der Staat

Nach peinlichen Pannen bekommt der Secret Service eine neue Führung. Obama kann nun auf besseren Schutz hoffen. Doch die Schlampereien offenbaren, wie schlecht Amerikas Behörden funktionieren - zur Freude der Republikaner.

Von Matthias Kolb, Washington

Wütende Abgeordnete, hämische Medien-Kommentare und Zweifel im Weißen Haus: Julia Pierson musste abtreten. Im Kongress nannten Demokraten und Republikaner die jüngsten Pannen "empörend", "absolut schmachvoll" und "irre". Viele Amerikaner sind es leid, dass staatliche Behörden vor allem durch die schlechte Qualität ihrer Arbeit auffallen.

Fraglos sind die Fehler und Schlampereien, die in den letzten Tagen über die Personenschützer des Secret Service bekannt wurden, extrem peinlich:

Doch US-Präsident Barack Obama dürfte sich nicht nur um seine eigene Sicherheit und um das Wohlergehen seiner Frau und seiner Töchter sorgen. Das Versagen des Secret Service, deren Mitglieder sich gern als "Rockstars ohne Gitarren" bezeichnen, ist nur das jüngste Beispiel in einer langen Reihe von Pannen, für die Amerikas staatliche Behörden verantwortlich sind.

Wenn sich republikanische Abgeordnete nun öffentlich über die Fehler der Secret-Service-Agenten aufregen und sich Sorgen um die Sicherheit des sonst so unbeliebten Präsidenten machen, dann ist das keineswegs nur Polit-Folklore. Viele Kongressmitglieder sind wirklich schockiert. Allerdings betont die New York Times zurecht, dass es den Konservativen gelegen kommt, wenn sich der Eindruck verfestigt, dass in Obamas Weißem Haus wenig fehlerfrei funktioniert.