Bei den spanischen Regional- und Kommunalwahlen hat die Partei von Regierungschef Zapatero eine historische Niederlage erlitten. Die konservative Volkspartei verdrängte die Sozialisten sogar in traditionellen Hochburgen.
Spaniens regierende Sozialisten (PSOE) haben bei den Kommunal- und Regionalwahlen ihr schlechtestes Ergebnis in der jüngeren spanischen Geschichte eingefahren. Nach der Auszählung fast aller Stimmen erreichte die Partei von Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero am Sonntag nur 27,8 Prozent und verlor damit sieben Prozentpunkte im Vergleich zu 2007. Für die konservative Volkspartei (PP) votierten hingegen knapp 37,6 Prozent der Wähler.
Spanien: Wahlschlappe für Sozialisten
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Von den 13 Regionen, in denen gewählt wurde, verloren die Sozialisten so gut wie alle. Selbst in traditionellen Hochburgen erlitten die Sozialisten starke Verluste. In der Hochburg Castilla-La Mancha, die bislang immer von den Sozialisten regiert wurde, erlitten sie eine Niederlage und auch in den Städten Barcelona, wo sie mehr als 30 Jahre lang regierten, und Sevilla müssen sie nun die Macht abgeben.
Hintergrund des schlechten Wahlergebnisses sind vor allem die Unzufriedenheit vieler Spanier mit dem strikten Sparkurs der Regierung und der Unmut über die hohe Arbeitslosigkeit im Land. In den vergangenen Tagen hatte sich eine beispiellose Protestwelle gebildet, die vor allem von Jugendlichen getragen wird.
Zapatero räumte die schwere Niederlage seiner Partei ein. Drei Jahre Wirtschaftskrise hätten Spuren hinterlassen und "Tausende Jobs zerstört". Gleichzeitig schloss Zapatero vorgezogene Neuwahlen aus. Er versprach indes weitere Wirtschaftsreformen und Anstrengungen für mehr Jobs bis zum Ende seiner Legislaturperiode. In Spanien ist derzeit etwa jeder Fünfte arbeitslos. Bei den unter 25-Jährigen ist sogar fast jeder zweite Spanier ohne Job.
Oppositionsführer Mariano Rajoy sprach von einem "wunderbaren Tag" für die Partei. Die Konservativen hätten ihr bislang bestes Ergebnis bei Kommunal- und Regionalwahlen in Spanien erzielt, sagte er vor jubelnden Anhängern in Madrid. Die Konservativen gewannen die Wahl in fast allen Regionen mit Ausnahme von Asturien und Navarra, wo regionale Parteien die meisten Stimmen erhielten.
Eine der Überraschungen der Wahlen vom Sonntag war das Abschneiden des baskischen Wahlbündnisses Bildu. Im Baskenland wurde die neue Parteienkoalition mit etwa 25,5 Prozent zweitstärkste Kraft hinter den baskischen Nationalisten, die gut 30 Prozent der Stimmen erhielten. In der baskischen Großstadt San Sebastián entschied die Bildu die Bürgermeisterwahl gar für sich.
Das spanische Verfassungsgericht hatte die Teilnahme der Bildu erst Anfang Mai für rechtens erklärt. Das Gericht annullierte damit eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, der eine Teilnahme der Koalition wegen ihrer Nähe zur baskischen Untergrundorganisation Eta untersagt hatte.
Insgesamt waren am Sonntag etwa 35 Millionen Wähler aufgerufen, ihre Bürgermeister, Gemeinderäte und 13 der 17 Regionalparlamente neu zu bestimmen. Die Wahlbeteiligung war mit etwa 65 Prozent gering. Die Abstimmungen galten als Stimmungstest für die Parlamentswahl in zehn Monaten. Zapatero will sich bei der Wahl im März 2012 nicht um eine dritte Amtszeit bewerben.
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(AFP/dapd/dpa/Reuters/gal/hai)
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Die jungen Menschen auf den Straßen und Plätzen der Hauptstadt haben genug von den ewig gleichen Blödheiten der Sozialisten über "fortschrittliche Kräfte im Kampf gegen den Faschismus" oder "nieder mit der Oligarchie". Seit drei Jahren versuchen die Sozialisten, die gigantische Staatsverschuldung und die massiv gestiegenen Arbeitslosenzahlen zu verharmlosen und klein zu reden. Sie suchen die Schuldigen bei den "Faschisten". Die jungen Menschen in Madrid und anderen Städten Spaniens haben dies einfach satt. Gutes Beispiel ist die Autonome Region Madrid. Seit Jahren gut regiert durch die konservative Volkspartei, gibt es dort eben nur 14% Arbeitslose und nicht wie z.B. im Sozialistischen Andalusien 30%. Das haben die jungen Wähler honoriert und für einen nochmaligen massiven Anstieg der Stimmen für die PP gesorgt. Die unfähige und willenlose PSOE in der Regierung mit ihrem diskreditierten Präsidenten Zapatero klammert sich hilflos an die Macht und nur mit reichlich Geld kann er mit den gekauften Stimmen einiger Nationalisten die Agonie bis zum nächsten Jahr verlängern. Die Gewerkschaften haben sich schon vor Jahren von der Zentralregierung kaufen lassen und demonstrieren nun gelegentlich im Auftrag des Herrn Zapatero gegen die Opposition. Dies und noch sehr viel mehr hat die jungen Menschen auf den Straßen und Plätzen dazu gebracht, die bessere Partei zu wählen. Eine Partei, die nicht mit Faisan, 11 M und ETA-Erpressungen belastet ist.
Wieviele gingen denn zur Wahl, liebe Sueddeutsche ? Oder anders herum wie geht es dort weiter,die Schulden sind da,die Probleme auch. Nur aendern das wagen die wenigsten Politiker im Lande ( Weltweit ) die extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit ist eines der Hauptuebel des Landes. Die Baubrance eine eine der Hauptsaeulen der Spanischen Wirtschaft ist Pleite,durch eigenes Verschulden. Bauen in Naturschtzgebieten mit den ueblichen Bestechungen der dortigen Politikern und die Enteignungen von Grundbesitz durch die Kommunalpolitikern. Das alles mit den Schwarzbauten die nun vom Abriss bedroht sind,dass ist die Mischung der Spanischen Krankheit. Nur eine Impfung dagegen die gibt es leider nicht.
Keine Frage, die PSOE ist letztendlich auch nicht besser. Korruption ist in beiden Lagern tief verwurzelt.
In meiner(!) Wahrnehmung ist es allerdings so, dass die PP immer irgendwie noch einen drauf setzt. Die Statements sind radikaler, populistischer, die Skandale dreister (z.B. der Caso Gürtel). Das war es eigentlich, was ich andeuten wollte.
Im Vergleich mit Rajoy erscheint mit Zapatero wie die Stimme der Vernunft. Wählen würde ich ihn trotzdem nicht. Und genau dieses Vakuum, dieses absolute Fehlen irgendeiner wählbaren Alternative, ist es ja, was momentan durch die Bewegung "Democracia Real Ya!" aufgezeigt wird.
Der PSOE wurde der Strick mit den Auflagen der Eurokrise überreicht, so weit, so voraussehbar. Die Kraft reichte nicht, um international Front gegen USA, EU und IWF zu machen und wie in vielen anderen Ländern, niocht zuletzt in Deutschland werden die Sozialisten (in D halt die SPD) dafür abgestraft, dass sie von den Kapitalmärkten zur Ausführung drastischer Einschnitte in den Sozialsystemen gezwungen werden.
Sollte demnächst die PP übernehmen, weht durch Spanien ein Hauch von 1933. Damals wurden nach für die PSOE desaströsen Kommunalwahlen Neuwahlen durchgeführt, die die Konservativen unter Gil-Robles gewannen. Die sozialen Konflikte verschärften sich und mündeten 1936 im Bürgerkrieg.
Auch heute reduziert sich in Spanien die Möglichkeit für einen sozialen Ausgleich nahezu täglich, sowohl finanziell als auch politisch. Spanien steuert damit mit der voraussischtlichen Übernahme der PP auf eine starke Radikalisierung sowohl in der Beziehung Staat -Autonomiebewegung als auch derjenigen die jetzt schon sozial ausgegrenzt sind (und deren Bedingungen sich unter einer PP Regierung verschlechtern werden) zu. Man kann nur hoffen, dass die Zivilgesellschaft diesmal stark und ideenreich genug ist, um doch noch rechtzeitig friedliche Lösungen zu entwickeln...
.. liebe SZ. 27,8 oder 37% der Wähler... aber von wieviel Prozent der Wahlberechtigten reden wir denn hier`?
Dies ist doch vor dem Hintergrund der landesweiten Massendemos die viel interessantere Frage.
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