Die Gewaltbereitschaft der Stuttgart-21-Gegner steigt - und bringt die baden-württembergische Polizei an ihre Grenzen. Weil viele Beamte in Stuttgart gebraucht werden, fehlen sie an anderer Stelle. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei warnt: "Das ist brandgefährlich."
Die Stimmung in Stuttgart wird immer aufgeladener: Tausende Gegner hatten am Freitagabend wieder gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 demonstriert - zunächst noch friedlich. Nach der Protestaktion jedoch kam es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und der Polizei. Es gab insgesamt 30 Festnahmen.
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Auch am Freitag gingen wieder Tausende Stuttgart-21-Gegner auf die Straße, um gegen das Bahnprojekt zu demonstrieren. (© dapd)
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Nach Angaben der Polizei wurden 27 Demonstranten am späten Abend festgenommen, als sie nach der Protestaktion eine Straßenkreuzung blockiert hatten. Drei Personen wurden festgenommen, weil sie Beamte verletzt haben sollen. Ein 19-Jähriger soll versucht haben, zwei Polizisten gegen einen anfahrenden Bus zu drücken.
Zu den Protesten gegen den geplanten Abriss des alten Kopfbahnhofes in Stuttgart und den Bau eines neuen unterirdischen Bahnhofs hatten sich zuvor wieder Tausende versammelt. Die Polizei sprach von 15.000 Teilnehmern, die Veranstalter von 30.000 Menschen.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) geht mit einem Teil der Demonstranten hart ins Gericht. Dem Nachrichtenmagazin Focus sagte Mappus, dass es "einen nicht unerheblichen Teil von Berufsdemonstranten" gebe, die der Polizei das Leben schwer machten. Bei ihnen würden "Aggressivität und Gewaltbereitschaft zunehmen".
Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, beklagte indes die hohe Belastung der Landespolizei durch die Einsätze. Die massiven Proteste in Stuttgart schwächten die Polizei laut Freiberg in anderen Landesteilen: "Das ist brandgefährlich."
Welch prekäre Personalsituation dadurch in der Fläche entstehe, zeige der Amoklauf von Lörrach. Die dort ansässige Polizeidirektion bestätigte dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel, wegen Stuttgart 21 am vergangenen Sonntag 30 Beamte zu einem Einsatz in die Landeshauptstadt geschickt zu haben.
Aus Personalmangel waren in Lörrach deshalb ein Sachbearbeiter aus dem Innendienst und ein Polizeifreiwilliger eingesetzt worden, als die Täterin um sich schoss. Keiner der beiden Männer, die als erste im Krankenhaus eintrafen, hatte eine Amokschulung durchlaufen. Der Innendienstbeamte erlitt bei dem Schusswechsel mit der 41-jährigen Täterin einen Kniedurchschuss.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de/dpa/afp/dapd/dmo)
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wie hier im linken Forum Polizisten mit Tieren gleichgesetzt werden. Widerlich.
Erinnert mich an die NS-Propaganda vor dem Russlandfeldzug, als man den politischen Gegner, die UdSSR und deren Volk, zu Untermenschen und Parasiten erklärt hat.
Die Extreme berühren sich.
Bahnhofs dazu, auf ihn alle möglichen persönlichen oder gesellschaftlichen Probleme zu projizieren. Schon C.G.Jung hat registriert, dass man gerne die eigenen Unzulänglichkeiten bei anderen moniert.
Habt ihr Linken schon einmal gegen Ikea demonstriert, dessen Möbelhäuser riesige Flächen versiegeln? Nein, dort kauf ihr auch eure Teekerzchen.
Interessant war ja auch der Selbstmord von Robert Enke. Ausgerechnet ein gescheiterter Mensch und Millionär musste plötzlich dazu herhalten, als Märtyrer der Überforderten der Leistungsgesellschaft zu dienen.
Eine "kontinuierlichen Bürgerrevolte"?
Das kann einem Angst machen: Eine Gruppe masst sich an, für alle zu sprechen.
Auch in der Weimarer Republik wurden demokratische Entscheidungen nicht akzeptiert.
Die Demokratie fördert auch Verlierer zu Tage. Man muss das akzeptieren.
Sartre sagte: "Die Extreme berühren sich".
Dieser fast schon religiöse, dieser gut gemeinte Fanatismus à la attac macht mir Angst. Hat etwas faschistoides.
an grundsätzlichen Entscheidungen führt kein Weg vorbei.
Volksentscheide ins Grundgesetz.
Wir sind das Volk.
Nach 19 45 ist immer wieder die Frage aufgeworfen worden, wie es möglich war, dass ganz normale Männer, auch liebevolle Familienväter, den verbrecherischen Befehlen der Obrigkeit Folge leisteten während des Dritten Reiches. Wer gestern die Bilder von Polizisten sah, die harmlosen jungen Menschen, die keinerlei Gefährdung darstellten, sondern sich in friedlichem Protest versammelt hatten, Reizgas in die Augen sprühten und mit ihren Fäusten oder Schlagstöcken das Nasenbein einschlugen, der vermag weiter zu denken….
Zu hoffen bleibt im Übrigen, dass dieser Tag, der 29. September 2010, den Beginn einer kontinuierlichen Bürgerrevolte in Deutschland markiert, die sich gegen die immer unverschämtere Arroganz, Willkür, Inkompetenz und Brutalität des Staates zur Wehr setzt.
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