Wegen des anhaltenden Führungsstreits in der regierenden Labor-Partei hat der australische Außenminister sein Amt niedergelegt. Kevin Rudd bezeichnete seinen Rückzug als einzig "ehrenvolle" Lösung - die Spekulationen um seine Rivalität mit Premierministerin Julia Gillard hätten ihn an der Regierungsarbeit gehindert.

Angesichts der schärfer werdenden Rivalität mit Premierministerin Julia Gillard ist Australiens Außenminister Kevin Rudd zurückgetreten. Er könne ohne Gillards Unterstützung nicht als Außenminister dienen, sagte Rudd auf einer Pressekonferenz, die live im australischen Fernsehen übertragen wurde. Die einzige "ehrenhafte" Lösung sei sein Rücktritt. Die Spekulationen um den Führungsstreit in der regierenden Labor-Partei bezeichnete Rudd als "Seifenoper", die ihn an der Regierungsarbeit hindere.

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Kevin Rudd bei seiner Rücktrittserklärung im Fernsehsender ABC News. (© AFP)

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Rudd war selbst drei Jahre lang Premierminister, wurde 2010 jedoch überraschend von Gillard aus dem Amt des Labor-Chefs gedrängt und damit auch zum Rücktritt als Regierungschef gezwungen. Bei den folgenden Wahlen gelang es Gillard nicht, eine absolute Mehrheit zu erlangen. Sie führt seitdem eine unsichere Koalitionsregierung, ihre Umfragewerte sind abgestürzt. In australischen Medien war daher spekuliert worden, dass der in der Bevölkerung sehr beliebte Rudd bald seinerseits versuchen könnte, Gillard von der Partei- und Regierungsspitze zu verdrängen.

Rudd kündigte an, sich am Freitag ausführlich zu seiner Zukunft äußern zu wollen. Er kritisierte zudem erneut seinen Sturz als Partei- und Regierungschef 2010: "Wir alle wissen: Was passiert ist, war falsch und darf nie wieder passieren."

(AFP)

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