Israelische Gefängnisse Unicef kritisiert Haftbedingungen minderjähriger Palästinenser in Israel

Das UN-Kinderhilfswerk hat Israel einen zu harten Umgang mit minderjährigen palästinensischen Häftlingen vorgeworfen.

Unicef hat Israel einen zu harten Umgang mit minderjährigen palästinensischen Häftlingen vorgeworfen. "Die schlechte Behandlung palästinensischer Kinder durch das System der israelischen Militärgefängnisse ist weit verbreitet, systematisch und gängige Praxis", hieß es in einem am Mittwoch in Jerusalem vorgelegten Bericht des UN-Kinderhilfswerks.

Das Außenministerium in Jerusalem teilte mit, Israel werde die Schlussfolgerungen des Berichts genau prüfen und sie in Zusammenarbeit mit Unicef umsetzen. In dem Bericht werden alle Stadien der Behandlung von Palästinensern unter 18 Jahren beleuchtet. Unicef fordert, dass Festnahmen nicht nachts und nicht durch schwer bewaffnete Soldaten erfolgen sollten.

Die Verdächtigen dürften nicht mit schmerzenden Plastikbändern gefesselt und in qualvoller Haltung in ungeeigneten Fahrzeugen zum Verhör transportiert werden. Außerdem müsse bei der Festnahme ein konkreter Vorwurf genannt werden. Verhöre müssten ohne Gewalt und Drohungen sowie im Beisein eines Rechtsanwaltes oder eines Familienmitgliedes erfolgen.

Isolationshaft für Minderjährige dürfe es auf keinen Fall geben und die Familien müssten umgehend informiert werden. Die Inhaftierung von Minderjährigen dürfe nur als letztes Mittel eingesetzt werden. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Betselem befanden sich im Januar mehr als 200 Palästinenser unter 18 Jahren in israelischer Haft.